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Aktionsplan zur Ernährungs-Strategie 2017-2024

Am 5. Juni 2018 hat das Bundesamt für Lebensmittel­sicherheit und Veterinärwesen (BLV) den Aktionsplan zur Schweizer Ernährungsstrategie 2017-2024 lanciert. Das Ziel ist, die Menschen in der Schweiz bei der Wahl eines gesunden Lebensstils und einer ausgewogenen Ernährung zu unterstützen.

von Urs Furrer*

Urs Furrer.

Die Schweizer Ernährungsstrategie 2017-2024 ist in die Nationale Strategie zur Prävention nichtübertragbarer Krankheiten (NCD-Strategie) eingebettet und steht unter dem Motto «Geniessen und gesund bleiben». Sie basiert auf den vier Handlungsfeldern Information & Bildung, Rahmenbedingungen, Koordination & Kooperation und Monitoring & Forschung. Nach der Veröffentlichung der Ernährungsstrategie im vergangenen Jahr hat das BLV den dazugehörigen Aktionsplan erarbeitet, mit dem die Massnahmen der Ernährungsstrategie nun konkretisiert werden. Der Aktionsplan wurde am 5. Juni 2018 im Rahmen der ersten Ausgabe des «Forum Ernährungsstrategie» des BLV lanciert. Der Aktionsplan stellt eine Übersicht über die geplanten Aktivitäten und Massnahmen dar, die ein koordiniertes und zielgerichtetes Vorgehen erlaubt. Die Umsetzung muss dabei auf dem Prinzip der Freiwilligkeit beruhen. Dies gilt insbesondere für jene Massnahmen, die – wie zum Beispiel die Rezepturoptimierungen – über die lebensmittelgesetzlichen Grundlagen hinausgehen. Letztere beschränken sich auf die Informationsvermittlung und Bildung.

Schwerpunktthema Rahmenbedingungen

Hauptziele des Aktionsplans sind die Stärkung der Ernährungskompetenz, die Verbesserung der Rahmenbedingungen und die Einbindung der Lebensmittelwirtschaft. Das für die Nahrungsmittelindustrie besonders relevante Thema der Rahmenbedingungen umfasst die Verbesserung der Lebensmittelzusammensetzung und des Lebensmittelangebots sowie das an Kinder gerichtete Marketing. Bei der Optimierung der Rezepturen stehen – wie bereits bei der Ernährungsstrategie 2013-2016 – die Zucker- und Salzreduktion sowie die Optimierung der Fettqualität im Vordergrund. Beim Kindermarketing strebt das BLV weitere Einschränkungen an, wobei unter Berücksichtigung der Selbstverpflichtung von «Swiss Pledge» eine sukzessive Annäherung an das europäische Nährwertkriterien-Modell der WHO erfolgen soll. Ein weiteres Ziel betrifft die Verbesserung des Angebots in der Gemeinschaftsgastronomie. Die Umsetzung der Massnahmen beruht auf Freiwilligkeit. Unternehmen können sich auch in Zukunft mit individuellen actionsanté-Versprechen verpflichten, da diese Initiative weitergeführt wird.

Neues zu Monitoring und Berichterstattung

Die Umsetzung der Ernährungsstrategie erfolgt unter der Federführung des BLV. Dieses wird die Massnahmen des Aktionsplans priorisieren, Projektpartner mobilisieren, die Aktivitäten koordinieren und regelmässig evaluieren sowie die Fortschritte in der Umsetzung des Aktionsplans prüfen. Für das Monitoring und die Ressortforschung ist der neu geschaffene Fachbereich «Nutrimonitoring» verantwortlich. Zu dessen Aufgaben gehört unter anderem die Bereitstellung von wissenschaftlichen Grundlagen und Daten, die Weiterführung von bestehenden Monitoring­studien oder die Entwicklung von Hilfsmitteln. Die Berichterstattung wird zukünftig in Form eines periodisch erscheinenden Online-Journals des BLV, dem «Schweizer Ernährungsbulletin», erfolgen. Dieses löst den Schweizerischen Ernährungsbericht ab und wird erstmals Ende 2018 erscheinen. Zudem können sich die Akteure im Rahmen des jährlich stattfindenden «Forum Ernährungsstrategie» über Aktivitäten und Erfahrungen austauschen.

Website zum Aktionsplan

Für den Aktionsplan hat das BLV die Website www.aktionsplanernaehrung.ch eingerichtet. Diese gibt unter anderem eine Übersicht über die einzelnen Partner und deren konkrete Aktivitäten. Zu jeder Aktivität gibt es ein standardisiertes Statusblatt, das über die Zielsetzung und Projektschritte Auskunft gibt. Das Statusblatt wird dem BLV zudem als Grundlage für das jährliche Monitoring dienen. Von den seit letztem Herbst rund 70 eingereichten Aktivitäten sind die ersten vom BLV geprüften und gutgeheissenen Projekte auf der Website bereits einsehbar.

Ausblick

Der Aktionsplan umfasst insgesamt 23 Massnahmen in vier Handlungsfeldern. Für eine erfolgreiche Umsetzung wird ein ganzheitlicher Ansatz von Bedeutung sein. So werden verbesserte Rahmenbedingungen nur dann ihre Wirkung voll entfalten können, wenn sie gleichzeitig von Massnahmen zur Stärkung der Ernährungskompetenz begleitet werden und umgekehrt.
*Urs Furrer ist Co-Geschäftsführer Föderation der schweizerischen Nahrungsmittel-Industrien fial