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Aus für die Food Safety Management Lehrgänge

Die Food Safety Management Lehrgänge der Universität Basel und der Fachhochschule Westschweiz HES-SO Wallis werden nicht mehr weitergeführt. Die Ausbildung des Personals der Kantonalen Labors soll künftig modular aufgebaut werden.

von Roland Wyss

Die Food Safety Management Lehrgänge von derUniversität Basel und der Fachhochschule HES-SO in Sion werden nicht mehr weitergeführt. (Bild: zVg)

Am 17. Juli 2018 fand der letzte Unterricht im Rahmen des Weiterbildunsgsstudiengangs Food Safety Management statt. Die dritte Durchführung des Masterstudiengangs, von Universität Basel und der Fachhochschule Westschweiz in Sitten gemeinsam organisiert, ist damit die letzte. In den letzten zehn Jahren absolvierten über 130 Teilnehmer den Lehrgang, rund 70 Prozen davon waren Inspektoren aus den Kantonalen Labors, 30 Prozent kamen aus der Industrie. Diese Mischung habe zu interessanten Diskussionen geführt und den behördlichen Teilnehmern teilweise geholfen, auf den gleichen Stand zu kommen wie die Teilnehmern aus der Industrie, schreibt Rudolf Schmitt, einer der Gründer und Leiter des Studiengangs, in einem «Abschiedsbrief» an die Ausbildungsleiter. Dafür und für den regen Austausch mit den Dozenten habe man über alle Sprachgrenzen hinweg viel Lob erhalten. Schmitt bedauert das Ende, wie er gegenüber alimenta sagt. Man werde noch die letzten Diplomarbeiten betreuen, Ende Juni 2019 sei dann definitiv Schluss.

Grund dafür ist die Tatsache, dass man beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV die Lehrgänge für eine qualitativ sehr gute Lösung hält, die sich aber offensichtlich für die Anbieter finanziell nicht lohne. Michael Beer, Leiter Lebensmittel und Ernährung beim BLV, sagt, die Anforderungen für Lebensmittelkontrolleure und -inspektoren seien in einer Verordnung festgelegt. Um diese zu erfüllen, könne man an verschiedenen Schulen Kurse besuchen. MAS Food Safety sei sehr akademisch und aufwendig, es habe sich gezeigt, dass es schwierig sei, genügend Teilnehmende aus privaten Unternehmen zu finden, die sich für den zweijährigen Lehrgang verpflichteten. Wegen dem mangelnden Interesse von Seiten der Privatwirtschaft sei auch der an sich positive Austausch zwischen Firmenvertretern und Behördenvertreten in den letzten beiden Kursen praktisch nicht mehr zustande gekommen, sagt Beer.

Das BLV ist daran, die Ausbildungsverordnung zu revidieren. Künftig soll laut Beer die Ausbildung modular aufgebaut werden, mit einem ersten Diplom für die Grundlagen und einem zweiten Diplom, das dazu befähigt, ein Kantonales Labor zu leiten. Bei der Konkretisierung müssten aber vor allem die Kantone noch ihre Wünsche anbringen.
roland.wyss@rubmedia.ch