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Milchgold: Nicht nur zu hohe Zulagen bezogen

Die in die Schlagzeilen geratene Emmentalerkäserei Milchgold hat zuviele Zulagen bezogen. Jetzt wurde festgestellt, dass sie auch das Pflichtenheft nicht eingehalten hat.

von hps

Die Milch muss für die Emmentalerproduktion jeden Tag abgeholt werden. (Bilder: zVg)

Die Milchgold Käse AG in Auw musste dem Bund 1,1 Millionen Franken zurückzahlen. Diese unrechtmässig erworbenen Verkäsungszulagengelder hat das Unternehmen mittlerweile zurückerstattet. Nun steht die Käserei erneut im Scheinwerferlicht der Medien. Die Aargauer Zeitung meldet, dass die Käserei auch das Pflichtenheft der Emmentaler Sortenorganisation (ES Switzerland) nicht eingehalten habe. Im Dezember 2017 habe die Käserei die Milch von ihren Lieferanten nur jeden zweiten Tag abgeholt. Gemäss Pflichtenheft muss Milch, die zu Emmentaler AOP verarbeitet wird, täglich abgeholt werden. Laut Aargauer Zeitung mussten die aus dieser Periode stammenden 324 Käselaibe zu Schmelzkäse deklassiert werden. Laut Stefan Gasser, Direktor der Sortenorganisation Emmentaler Switzerland, habe man Stillschweigen vereinbart, bis der Fall abgeschlossen sei.