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Alte und neue Abhängigkeiten

Dass der Verbrauch von fossiler Energie zugunsten von Strom abnimmt ist erfreulich, nimmt dadurch doch die Auslandabhängigkeit ab. Diese könnte jedoch durch das Freihandelsabkommen und die dadurch bald höheren Palmölimporte wieder zunehmen.

von Hans Peter Schneider

Die Schweizer Bevölkerung wuchs von 2000 bis 2017 um 17,6 Prozent, verbrauchte aber 2017 gesamthaft knapp ein Prozent weniger Energie als vor 17 Jahren. Gleichzeitig wird Erdöl vermehrt durch Strom und bei Wärme durch Holz ersetzt – Energieträger made in Switzerland. Damit hat die Auslandabhängigkeit der Energieversorgung gemäss Bundesamt für Energie abgenommen und das Potenzial, die angepeilten Ziele der Energiestrategie 2050 zu erreichen, ist da. Weniger fossiles Öl aus den Quellen der Scheichs und damit weniger Abhängigkeit von deren Goodwill. So weit so gut.

Und wie sieht die Situation bei nicht fossilem Öl wie pflanzlichen Ölen und Fetten aus? Der Verbrauch dieser für die menschliche Ernährung wichtigen Energieträger steigt tendenziell an. Ob die Abhängigkeit etwa von Palmöl aus Indonesien – die Schweiz schliesst mit dem Land ein Freihandelsabkommen ab –, steigen wird, bleibt abzuwarten. Die Ölsaatenverarbeiter mit ihrem neu gegründeten Verband für die erste Verarbeitungsstufe Primavera sind optimistisch, dass der von ihnen erzeugte politische Druck gewirkt hat und die durch das Freihandelsabkommen importierbaren Mengen überblickbar sein werden. Aprop0s Abhängigkeit: Auch die Käsebranche hat mit ihren Käsekulturen ein Stück Unabhängigkeit gewonnen.