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SMP: Faktor Arbeit muss mehr Wert erhalten

Der Vorstand der Schweizer Milchproduzenten (SMP) hat seine Position zur Vernehmlassung der Agrarpolitik 22+ festgelegt. Eine Senkung der Verkäsungszulage lehnen die SMP vehement ab.

von lid/mos

Die Milchproduzenten sind gegen Senkung der Verkäsungszulage. (Symbolbild Pixabay)

Die Milchproduktion in der Schweiz sei seit der AP 2014-17 durch die Politik deutlich geschwächt und so gegenüber anderen Produktionsrichtungen schlechter gestellt, schreiben die SMP in einer Medienmitteilung. Dies obwohl Milch in der Schweiz standortgerecht und im europäischen Umfeld am wettbewerbsfähigsten sei.

Deshalb unterstützen die SMP eine tiefere Gewichtung der flächenbezogenen Direktzahlungen und mehr Gelder für die Produktionssystembeiträge über Programme wie RAUS, BTS, GMF und Tiergesundheit.

Für die Dachorganisation fehlt aber eine konsequente Ausrichtung auf die damit verbundene Arbeitsleistung. Der höhere Aufwand in der Milchproduktion müsse aufwandgerecht abgegolten werden.

Gegen Senkung der Verkäsungszulage

Zudem wollen die Produzenten strengere Ausbildungs-Anforderungen für den Bezug von Direktzahlungen. Die SMP weisen weiter die vorgeschlagene Senkung der Verkäsungszulage von 15 auf 13 Rappen zurück. Diese würde unweigerlich zu einer flächendeckenden Milchpreis-Senkung von 2 Rappen führen, heisst es. Das enstpreche einer Wertschöpfungsvernichtung in der Höhe von 70 Millionen Franken. Ausserdem werde damit das Problem der übermässigen Produktion von Käse mit tiefem Fettgehalt überhaupt nicht gelöst, heisst es in der Stellungnahme der SMP. Dieses Problem könne mit einer treppenartigen Abstufung der Verkäsungszulage nach Fettgehalt des Käses (z.B. 1/4, 1/2, 3/4) auf dem Verordnungsweg in der Kompetenz des Bundesrates gelöst werden.

Gegen Entkoppelung der Siloverzichtszulage

Die Zulage für Fütterung ohne Silage soll weiterhin nur für Milch gewährt werden, die effektiv verkäst wird, fordern die SMP weiter. Wenn die Zulage jedoch unabhängig von der Verwertung ausgerichtet werde, entstünden unter Umständen sehr marktfremde und kontraproduktive Anreize zur Produktion von Milch höchster Qualität, die keinen entsprechenden Absatz habe.

Förderung von Raufutter

Die SMP kritisieren, dass der Bundesrat in der neuen Agrarpolitik die Verfügbarkeit und den Einsatz von Raufutter nicht fördern wolle. Das Raufutter sei ein entscheidendes Differenzierungsmerkmal gegenüber dem Ausland. Deshalb fordern die SMP, dass diesem Umstand zum Beispiel bei der Ausgestaltung eines GMF-Programms Rechnung getragen wird (graslandbasierte Milch- und Fleischproduktion).