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Millennials fordern die Konsumgüterindustrie

Um den Konsumenten heute und morgen bei Laune zu halten, muss sich die Konsumgüterindustrie laufend weiterentwickeln. Im Kundenfokus müssen dabei die jungen Generationen, etwa die Millennials, stehen.

von Arthur Wetzel, Jonas Batt

Die Konsumentengeneration der Millennials definiert Ubiquität neu, indem sie alle Produkte immer im Zugriff hat und diese sich auch sofort impulsiv beschaffen will. (Bild: zVg)

Wenn wir uns heute in der Branche über neue Trends austauschen, dann sind dies oft technologische Entwicklungen, Schlagworte oder einfach nur ein Buzzword. In Wirklichkeit aber müssen wir über den Konsumenten sprechen und eine Generation verstehen, die etwa dreissig Jahre jünger ist als der durchschnittliche Entscheider im Unternehmen. Es ist eine Generation, deren Kaufverhalten sich radikal verändert hat, für die Erlebnis-, Impulskauf und Social Commerce die Normalität ist: die Millennials oder Generation Y. Was sind die Trends, die unsere Märkte in Zukunft prägen und welche Erwartungen hat die neue Generation mächtiger Konsumenten?

Konsument will Experience

Es wird immer schwieriger, das Konsumentenverhalten vorherzusagen. Trafen wir unsere Zielgruppe früher noch am Point of Sale, suchen wir seit einigen Jahren den Point of Contact mit ihr und unterwerfen uns doch zunehmend dem Point of Choice, der uns vom Konsumenten diktiert wird. Der Konsument erwartet beim Bezug von Produkten ein besonderes Erlebnis und eine eigene Journey – egal, ob online, im Ladenregal oder bei ihm zu Hause.

Zunehmend ist er bereit, die neuesten und vermeintlich unverzichtbaren Innovationen zu nutzen. Nachdem Mobile Commerce (M-Commerce) den klassischen PC im Online-Handel schnell abgelöst hat, wird nun Voice Commerce zur neuen Suchtechnik beim Shopping. Unzählige sprachgesteuerte Devices halten Einzug in privaten Wohnumfeldern und stehen für einen fundamentalen Wandel hin zum Heim als Zentrum für Interaktion mit jedem einzelnen Konsumenten. Einzelhändler schaffen derweil unwiderstehliche physische Erlebnisse, die den Konsumenten wieder in die Läden bringen sollen. Smart und Interaction Shopping oder auch Emotional Retail beschreiben hier die grössten Trends.

Daten, Daten, Daten

Vor diesem Hintergrund werden Daten immer wichtiger, um Entscheidungen und Innovationen zu beschleunigen. Jede Interaktion zwischen Konsumenten und Marken ist eine Chance, dazuzulernen. Traditionelle Unternehmen sehen meist nur einen begrenzten Nutzen in der detaillierten Datenanalyse. Disruptoren nutzen Daten als fundamentale Grundlage für strategische Entscheidungen und Aktivitäten. Zu den Gewinnern gehören diejenigen, die prädiktive Datenanalyse einsetzen, um Entscheidungen zu treffen und Algorithmen zu integrieren, die darauf abzielen, Konsumenten individuelle Angebote zu machen.
Das zunehmende Aufkommen von datengetriebenen Kampagnen in Verbindung mit der Entstehung einer neuen Generation von jungen Konsumenten, die in einer technologisch durchdrungenen Welt aufwachsen, führt dazu, dass mehr und mehr Kaufentscheidungen impulsbasiert getroffen werden. Diese Generation definiert Ubiquität neu, indem sie alle Produkte immer im Zugriff hat und diese sich auch sofort impulsiv beschaffen kann. Um den Anforderungen gerecht zu werden, müssen alle Partner in der Supply Chain mit ihren Logistikpartnern noch enger und agiler zusammenarbeiten, um konsumentenfreundliche, nachhaltige und individuelle Shoppingerlebnisse zu realisieren.

Die Konsumgüterindustrie muss noch mehr von jungen und agilen Unternehmen lernen, wie man sich beständig erneuert und Konsumenten im digitalen Zeitalter besser anspricht. Nur wer an seiner Innovationsbereitschaft arbeitet, eine echte konsumentenzentrierte Denkweise verfolgt und die eigene Konsumentenmarke in jedem verfügbaren Kanal unverwechselbar positioniert, kann den Konsumenten heute und auch morgen überzeugen und bleibt erfolgreich.
*Arthur Wetzel und Jonas Batt, GS1