Datum: Branche:

Biologisch, vegan und aus der Schweiz

Deutschland, Italien, Spanien, Frankreich, die Niederlande und Österreich waren an der Biofach die grössten Ausstellernationen. Auch Schweizer Unternehmen waren dort. Eine Übersicht (Teil 2).

von Hans Peter Schneider

Marie Pignat und Petra Schwanzelberger von der Haco-Gruppe.
Lorenzo Centonze, Direktor der Sabo Oleificio, stellt mittels Extrusion Aegi-Gerichte her. Hier an der Biofach 2019.
Marco Fischer und Tobias Huber vom Backzutaten-Beschaffer Nungesser AG.
Pascal Meier von der A. Kuster Sirocco AG mit feinem Tee.
Verkaufsgespräche am Stand der Biotta AG.
Am Swiss Pavillion waren 12 Schweizer Aussteller vertreten.
Jacques Bossart und Christoph Gsell von MiAdelita.
Marlis Lieberherr von Morga.
Die Emmi-Molkerei Biedermann präsentierte veganes Jogurt aus Kokosmilch.
Produkte der Marbacher Ölmühle.
Veganer Lifestyle ist in.
Vegane Burger Patties auch.
Es gab aber auch ganz neue Produkte an der Biofach, wie aus Curcuma, Chlorella...
...und Spirulina-Algen.
Und auch «konventionelle» Produkte aus Fleisch wie die Knochenbrühe.
Oder das Geschnetzelte vom Bruderhahn.
Ententerrine.
Ein österreichischer Emmentaler an der letzten Biofach in Nürnberg.
Die Mischung aus Jasminreis, Mungobohnen und roter Quinoa von der Reismühle Brunnen.
Pesto aus Basilikum, Limette und Cashewkernen von der Schweizer Ppura Sagl in Dulliken.
Urs Bieler von Hostettler Spezialzucker AG präsentierte mit Liquiss Ice Quick eine Neuheit.
Yuzusaft aus der asiatischen Zitrusfrucht Yuzu.
Immer wieder Kakaoprodukte aus nachhaltigem und fairem Anbau.
Frozen Jogurt aus der Trendfrucht Matcha.
Energie aus dem Biodrink.
Omega-3-Müsli-Öl der Cenovis AG. (Hügli/Coop)
Die Biofach zog 51 000 Besucher aus der ganzen Welt an.

Fleisch hat es an der Biofach in Nürnberg traditionellerweise schwer. Ausgelobt wurde etwa der Proteingehalt von Hühner- und Ochsenbrühen. Aber auch mit Nachhaltigkeit wurde geworben. Für Eier aus «Bruderhahn-Projekten» beispielsweise, wo die männlichen Küken nicht wie bisher nach dem Schlüpfen getötet werden, sondern aufgezogen und letztlich zu «Bruderhahn»-Geschnetzeltem, -Frikasse oder auch zu -Sülze verarbeitet werden. Das Projekt der gemeinnützigen GmbH «Ökologische Tierzucht»wurde an der Sonderausstellung «Bio-Züchtung» gezeigt. Die Käufer unterstützen es mit einem Cent pro Ei, damit die Zucht auf ein Zweinutzungshuhn finanziell möglich ist.

Fleischersatz nicht nur aus Soja

Deutlich gefragter sind an der Biofach pflanzliche Eiweissträger. Auch Schweizer Aussteller machen beim Vegan-Trend mit, etwa die Oleificio Sabo aus dem thurgauischen Horn mit ihren Fleischersatzprodukten. Neben den extrudierten Sojaschrot-Lebensmitteln zeigte Sabo-Direktor Lorenzo Centonze die neuen «Sonnenblumen-Flakes», die auf dem im Dezember in Betrieb genommenen Extruder (alimenta 24/2018) hergestellt werden.

Der einzige Produzent Schweizer von frischen Mais-Tortillas und Tortilla-Chips, die MiAdelita GmbH aus Au, exportiert unter anderem in den Mittleren Osten. Die dortigen Kunden möchten keine mit Rapsöl frittierten Produkte, wie Firmenchef Christoph Gsell erklärte. Diese Chips werden mit Palm- oder Kokosöl frittiert und sind damit drei Monate länger haltbar als normale Chips.
Die KMC Commodities AG (Nungesser) liefert Rohstoffe für die Backwaren-, Schokolade- und Müsli-Branche. Sie ist spezialisiert auf die Beschaffung von nachhaltigen Waren, wie CEO Marco Fischer am Stand an der Biofach sagte. Eben habe man in der Osttürkei ein Projekt zum nachhaltigen Anbau von Haselnüssen verwirklicht und in Indien ein Projekt im Sesam-Anbau.

Tee vom hohen Atlas und Graubünden

Neu an der Biofach war die A. Kuster Sirocco AG aus Schmerikon. Die Firma verkauft Tee und Kaffee hauptsächlich an die Gemeinschaftsgastronomie und Hotellerie. Die Namen der Teesorten klingen exotisch: «Moroccan Mint», «Japanese Sencha» oder «Rooibos Tangerine» aus den südafrikanischen Bergen. Aber die Firma verarbeitet auch Kräuter aus den Schweizer Alpen. Der betreffende Tee heisst «Piz Palü».
Ebenfalls Tee im Angebot hat die Morga AG aus Ebnat-Kappel. Die Firma präsentierte ferner ein Sortiment von Gemüsebouillons ohne Maltodextrin, ohne Zucker, Gluten, Palmöl und vegan. Als Zwischenmahlzeit habe man mit der Trinkbouillon eine gesunde Alternative zu süssen Snacks, erklärte Marlis Lieberherr von Morga.

Gemeinsam mit ihren Tochterfirmen war erstmals auch die Haco AG aus Gümligen an der Biofach vertreten. Die Töchter, die Gautschi Spezialitäten AG aus Utzenstorf und die österreichische Gutscher Mühle, sind schon seit Jahren an der Biofach präsent. Die Gutscher Mühle zeigte ihre Riegel in verschiedenen Formen und mit verschiedenen Grundstoffen. Es muss aber nicht immer die Riegelform sein, wie Produkt­entwicklerin Petra Schwanzelberger sagte. Es könne ebenso «convenient» sein, den Riegel als Bällchen, die in Tüten abgefüllt sind, zu essen. Die Gautschi Spezialitäten AG präsen­-
tierte unter anderem biologische und vegane Mayonnaise. Die Swissgum AG präsentierte Lösungen für die Eiscrème-, Milch- Feinkost-, Back- und Fruchtzubereitungsindustrie, mit neuen Stabilisierungssystemen. Diese sind gemäss Swissgum-Werbung komplett gluten- und palmfettfrei.

Die Blattmann Schweiz AG warb an ihrem Stand als einziger Gluten-Hersteller der Schweiz damit, biologische Weizen- und Dinkelproteine herstellen zu können. Viele Konsumenten möchten ihren Weizenkonsum reduzieren und würden sich für andere Getreidesorten interessieren. Urs Bieler von Hostettler Spezialzucker AG präsentierte mit Liquiss Ice Quick eine Neuheit. Damit werde die Eisherstellung sehr einfach, sagte Bieler. Es brauche nur drei Dinge: Milch, Vanille, «Ice-Quick» und ab in die Eis­maschine. Selbstverständlich sei die Zucker­mischung frei von Allergenen, vegan und biologisch.

Die Pronatec AG aus Winterthur, auch ein treuer Aussteller an der Biofach, ist Spezialistin für das Sourcing von nachhaltigen Kakaobohnen. Die Wertschöpfungskette werde vom Anbau über den Einkauf, Import, Verarbeitung und den Handel bis zum Kunden kontrolliert, sagte Lorena Meier. Pronatec lässt die Schokolade weltweit bei verschiedenen Kakaoverarbeitern herstellen und an die Kunden liefern. Dabei tritt die Firma nur im Hintergrund auf, die fabrizierte Schokolade trägt die Labels der internationalen Handelsmarken. Die Stella Bernraina aus Kreuzlingen zeigte unter anderem zwei neue Demeter-Schokoladen. Der Kakao (70 Prozent) stammt aus Brasilien, die Demetermilch aus der Schweiz. Der Zürcher Traditions-Rohwarenhändler Kündig & Cie AG beschafft seine Pilze, Gemüse, Beeren, Getreide, Ölsaaten und weitere Rohstoffe aus europäischen Ländern. Auch Superfoods wie Chia, Maca oder Teff (Zwerghirse) sind erhältlich, wie der Firmenprospekt festhält.

Eisen durch Curryblatt und rote Beete

Der Safthersteller Biotta AG brachte mit der Linie «Vital» vier neue Säfte, bei denen nicht die enthaltenen Früchte oder Gemüse ausgelobt werden, sondern die enthaltenen Spurenelemente. Der Saft in der Flasche «Mit Eisen» stammt von Randen, Apfel und schwarzer Karotte, wobei der hohe Eisengehalt durch die Schlüsselzutat Curryblatt erreicht wird.
Die beiden Hochdorf-Tochterfirmen Marbacher Mühle waren mit Pflanzenölen von Raps bis zu Hanf und der Früchteverarbeiter Zifru mit getrockneten Früchten von A wie Ananas bis zu Z wie Zucchini präsent.
hanspeter.schneider@rubmedia.ch