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Barry Callebaut kommt in Schwung

Der weltgrösste Schokoladenproduzent Barry Callebaut hat im ersten Halbjahr 2018/19 mehr verkauft und mehr Gewinn gemacht. Der Konzern baut die Präsenz in China aus – und fühlt sich gerüstet für den Brexit.

von Stephan Moser

In Peking eröffnete Barry Callebaut diesen Frühling die zweite Chocolate Academy in China. (Bild CB/zvg)

Nach einem schleppenden Start ins Geschäftsjahr 2018/19 hat Barry Callebaut im zweiten Quartal deutlich an Schwung gewonnen. Insgesamt verkaufte der Konzern vom September 2018 bis März 2019 1,047 Millionen Tonnen Schokolade- und Kakaoprodukte, 2,4% mehr als in der Vorjahresperiode. Damit konnte der Konzern schneller wachsen als der globale Markt (+1,5%). Stark gewachsen ist das Geschäft mit Gourmetprodukten und Spezialitäten für Chocolaterien, Bäckereien und Köche (+4,1%). Dank steigenden Rohwarenpreisen und einem besseren Produktemix steigerte der Konzern den Umsatz und verdiente deutlich mehr (siehe Kasten). «Wir erwarten eine weitere Beschleunigung der Verkaufsdynamik», sagte CEO Antoine de Saint-Affrique bei der Präsentation der Halbjahreszahlen in Zürich. Er sei zuversichtlich, mittelfristig das Ziel von jährlich vier bis sechs Prozent Volumenwachstum zu erreichen.

Zum Wachstum beigetragen haben alle Regionen. Am stärksten wuchs die Verkaufsmenge in Nord- und Südamerika mit 5,8% auf 281204 Tonnen. Die Region Asien-Pazifik legte auf 281204 Tonnen zu (+5,7%) zu. Von strategischer Bedeutung sei der chinesische Markt, betonte der CEO. Im März 2019 hat Barry Callebaut in Peking ein neues Büro eröffnet und die zweite Chocolate Academy in China.

GB: Auf alle Szenarien vorbereitet

Am wichtigsten punkto Menge und Umsatz bleibt nach wie vor die Region Europa, Naher Osten und Afrika, wo die Verkaufsmenge um 2% auf 480721 Tonnen gesteigert wurde. In Westeuropa zog das Volumen bei den Industriekunden an. Unter anderem hat Burton’s Biscuit in Grossbritannien die Produktion an Barry Callebaut ausgelagert. Man sei für alle möglichen Brexit-Szenarien gerüstet, versprach Finanzchef Remco Steenbergen. Die Produktionskapazitäten in Grossbritannien seien gross genug und man habe «robuste» Notfallpläne zur Aufrechterhaltung des Betriebes, so könne man die Nachfrage der Kunden befriedigen.

Die rosa Ruby-Schoggi feierte am 19. März 2019 ihren ersten Geburtstag. Mehr als 20 Marken hätten Ruby bisher eingeführt, erhältlich sei sie in über 40 Märkten weltweit – und Ruby breite sich weiter aus, sagte de Saint-Affrique. Auch vegane und zuckerreduzierte Schoggi seien Trends, auf die Barry Callebaut setze, zumal hier höhere Margen erzielt werden könnten, sagte der CEO. Unilever hat Anfang Jahr in den USA und Australien eine vegane «Magnum»-Glace eingeführt – mit milchfreier Schokolade von Barry Callebaut.