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Stunde der Wahrheit beim grünen Teppich

Im Zentrum der SMP-Delegiertenversammlung stand die Einführung des Nachhaltigkeitsprogramms «grüner Teppich», die Umsetzung der «Schoggigesetz»-Nachfolgelösung und die Agrarpolitik 22+.

SMP-Präsident Hanspeter Kern (links) und Direktor Stephan Hagenbuch.

Die Einführung des «grünen Teppichs» werde für die Milchproduzenten zur «Stunde der Wahrheit», sagte Präsident Hanspeter Kern an der Delegiertenversammlung der Schweizer Milchproduzenten SMP vom 17. April in Bern. Das von der Branchenorganisation (BO) Milch beschlossene Programm für nachhaltige Schweizer Milch soll im September eingeführt werden, man werde sich dafür einsetzen, dass der Nachhaltigkeitszuschlag von drei Rappen, der für Milch im A-Segment gelten soll, auch wirklich am Markt erzielt werden könne. «Wir wissen, dass es nichts gratis gibt. Aber wir werden diese Gelegenheit wahrnehmen», sagte Kern. SMP-Direktor Stephan Hagenbuch ergänzte dazu, man habe grundsätzlich das Commitment der Grossverteiler und sei mit ihnen im Gespräch.

Die Nachfolgelösung zum Schoggigesetz sei gut angelaufen, sagte Kern. 18500 Milchproduzenten hätten ein Gesuch für die neue Milchzulage gestellt, die ersten Auszahlungen seien bereits erfolgt. Man sei aber enttäuscht, dass die Milchverarbeiter angesichts von eher tiefen Milchmengen das Marktpotenzial nicht ausgeschöpft und ihre Produkte nicht besser verkauft hätten.

Bezüglich der Agrarpolitik 22+ bekräftigte Direktor Hagenbuch die Forderung, dass Direktzahlungen künftig weniger an die Fläche und mehr an die Arbeit gekoppelt werde. Inzwischen hätten selbst die Verarbeiter eingesehen, dass es bei Milchproduzenten Korrekturen brauche. Auch die Forderung, dass die Verkäsungszulage im Gesetz unverändert bleibe und Fehlanreize auf Verordnungsstufe behoben würden, habe breite Unterstützung bei Kantonen und beim Schweizer Bauernverband.

Die SMP-Delegierten nahmen den Verein Mittelland Milch per 1. Mai als neues SMP-Mitglied auf. Mittelland Milch wurde im November 2018 gegründet und ist ein Zusammenschluss der drei früheren Emmi-Direktlieferanten-Organisationen PMO Bemo, PMO Milchproduzenten Mittelland MIMO und PMO Zentral-, Nord- und Ostschweiz ZeNoOs. Als neue Vorstandsmitglieder wurden Urs Jenni (Aaremilch), Daniel Vetterli (Thurgauer Milchproduzenten) und Remo Siegenthaler (Miba) gewählt.