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So geht es weiter mit dem «Grünen Teppich»

Ab Juli können Milchbauern online deklarieren, ob sie die Kriterien für den Branchenstandard für nachhaltige Milch erfüllen. Auch ein Label soll bis anfang Sommer vorliegen.

von mos/pd

Die Arbeiten zur Einführung des Grünen Teppichs laufen. (Symboldbild Pixabay)

Ab dem 1. September erhalten Milchbauern drei Rappen mehr für ihre A-Molkereimilch (nicht verkäste A-Milch und verkäste Silo-Milch im A-Segment). Voraussetzung ist, dass sie die Kriterien des Branchenstandards Nachhaltige Schweizer Milch erfüllen, den die Delegierten der Branchenorganisation Milch (BOM) am 2. Mai beschlossen haben. Der Entscheid vom 2. Mai sei aber erst ein Zwischenschritt, schreibt die BOM in einer Mitteilung von Mittwoch. Bis zur Einführung brauche es noch Diskussionen und Entscheide des Vorstandes in folgenden Bereichen:

  • Wahl einer Kennzeichnung: Milchprodukte, die den Standard erfüllen, sollen mit einem Label ausgezeichnet werden. In den kommenden Wochen würden dazu Vorarbeiten gemacht, damit der Vorstand Anfang Sommer den Entscheid über die Kennzeichnung fällen könne, schreibt die BOM
  • Ausarbeitung von Weisungen: Laut BOM müssen noch verschiedene Detailfragen geklärt werden, etwa ob und unter welchen Voraussetzungen ein Lebensmittel, das Milchprodukte als Zutaten enthält, die Kennzeichnung tragen darf.
  • Kontrollsystem und Zertifizierung: Für die Glaubwürdigkeit des Branchenstandards sei es wichtig, dass unabhängige Stellen die Marktakteure kontrollierten. Gleichzeitg soll aber der administrative Aufwand für alle Beteiligten so klein wie möglich bleiben, hält die BOM fest. Ab Juli sollen sich Produzenten und Verarbeiter anmelden können.

Konkret können die Milchproduzenten ab Juli auf der Website dbmilch.ch eine Selbstdeklaration vornehmen, wie der «Schweizer Bauer» in seiner aktuellen Ausgabe berichtet. Dazu müssten die Bauern nur Häkchen setzen bei den zehn der obligatorischen Kriterien und zwei der sieben Auswahlkriterien. Ab September werde die TSM Treuhand GmbH die ersten Kontrollen durchführen. Dazu werde die TSM Daten vom Bund zur Teilnahme an den Tierwohlprogrammen BTS und Raus einholen. Auch ob alle Kühe einen Namen haben wird die TSM laut der Zeitung kontrollieren, anhand der Tierverkehrsdatenbank. Kontrollen auf den Bauernhöfen sollen erst ab 2020 stattfinden. Diese sollen gemäss «Schweizer Bauer» im Rahnen von ohnehin stattfindenden Kontrollen für den Ökologischen Leistungsnachweis oder Qualitätsmanagement Schweizer Fleisch erfolgen.