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Überproduktion bei der Bio-Milch

Die Produktion von Bio-Milch steigt, der Konsum hingegen geht zurück. Nächstes Jahr dürfte sich das Problem verschärfen, weil viele Bauern dann erstmals Bio-Milch abliefern können.

von mos/pd

Es ist mehr Bio-Milch auf dem Markt, als konsumiert wird. (Symbolbild Pixabay)

Geht der Konsum von Bio-Milch zurück? Das konstatieren jedenfalls verschiedene Akteure der Milchbranche, während die Produktion weiter zunimmt, wie der «Schweizer Bauer» in seiner Ausgabe vom 22. Mai berichtet. So schreibt die Milchhandelsorganisation Mooh in ihrer Produzenteninfo für den Monat Mai: «Bei der Bio-Milch ist das Überangebot am grössten, da nicht nur das Angebot grösser geworden ist, sondern auch die Nachfrage unter dem Vorjahresniveau liegt.»

Auf das wachsende Angebot an Bio-Milch verweist auch Lukas Inderfurth, Mediensprecher von Bio Suisse. In den letzten Jahren habe Bio Suisse jeweils fast 400 neue Produzenten gewinnen können, sagte Inderfurth der Zeitung. Im Februar 2019 seien bereits 2000 Tonnen Bio-Milch mehr deklassiert worden als im Vorjahr. Auch die Zentralschweizer Milchproduzenten rechnen «aufgrund der hohen Einlieferungen bei der Biomilch» damit, die Deklassierungsabzüge im zweiten Halbjahr 2019 erhöhen zu müssen, wie sie in ihrem Infoblatt schreiben.

Bio-Butter-Lager wachsen

Zwar wurde unter dem Strich von Januar bis März 2019 laut Statistik 4,4% mehr Milch aus Knospeproduktion verarbeitet. Laut Inderfurth nahm dabei aber das Butterlager am stärksten zu. Erfahrungsgemäss sei das ein Hinweis auf eine Überproduktion, schreibt der «Schweizer Bauer».

«Kritisch» sieht Bio Suisse laut «Schweizer Bauer» die Milchproduktion ab 2020. Auf dieses Jahr hin würden zahlreiche Bauern erstmals Biomilch liefern können. Eine Warteliste für Bioproduzenten soll den Markt stabil halten. Zudem will Bio Suisse auch die Absatzförderung intensivieren. «Unsere Bio-Milchproduzenten bezahlen dieses Jahr mehr ein für die Absatzförderung», sagte Inderfurth der Zeitung. Gezielte Aktivitäten seien geplant.