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Savencia schluckt Papillon

Der französische Käsekonzern Savencia (vormals Bongrain), kauft Roquefort Papillon. Damit sind 80 Prozent von Roquefort AOP unter dem Dach von drei multinationalen Unternehmen - das sorgt für Unsicherheiten.

von hps

(Bilder: zVg)

Von einem kleinen Erdbeben in der Käselandschaft Frankreich, schrieb der «Le Figaro» am 6. Juni. Denn der hinter Lactalis zweitgrösste französische Käsekonzern Savencia (ex-Bongrain), hat verkündet, die Roquefort-Marke «Papillon» zu kaufen. Papillon erwirtschaftet gemäss Le Figaro einen Umsatz von 35 Millionen Euro und hält 12 Prozent am Roquefort AOP-Handel. Der Hersteller der internationalen Marken, wie Caprice des Dieux, Tartare oder St Môret, der einen Umsatz von 4,8 Milliarden Euro erwirtschaftet, verkaufe zwar Roquefort-Käse von Papillon schon seit mehr als zehn Jahren. Dennoch bedeute die «Komplettierung» desPortefeuilles mit einem AOP-Produkt für Savencia viel, wie Le Figaro schreibt. Es sei ein grosser Stolz und ein riesiges Prestige, wird Jean-Paul Torris, Directeur géneral von Savencia Fromage & Dairy zitiert. Der AOP-Käse soll in Frankreich und international noch bekannter werden, wie Torris in der Zeitung zitiert wird.

Dieser Entwicklung sieht jedoch Véronique Riche-Lerouge, Präsidentin der französischen Vereinigung der «Terroir-Käse», mit Sorge entgegen. Sie befürchtet, dass das Pflichtenheft für Roquefort aufgeweicht werden könnte. Und zwar bis dahin, dass der traditionelle Rohmilchkäse künftig aus pasteurisierter Milch hergestellt werden könnte. Denn der Druck der drei grosse Konzerne, Lactalis, Savencia und Sodiaal, auf den AOP-Käse, könnte so gross werden wie beim Camembert, wie sie in Le Figaro zitiert wird. Auch dieser traditionelle französische Käse, habe aufgrund der starken Mengenausweitung, qualitativ gelitten.