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Dr. Oetker erwägt Aufspaltung

Der Familienkonzern könnte wegen einem Zwist zwischen den «Jüngeren» und den «Älteren» aufgespalten werden. Die «Jüngeren» dürften die Getränkesparte - die Älteren die Lebensmittel erhalten.

von hps

Es sind schon 12 Jahre her seit Patriarch Rudolf-August Oetker verstorben ist. Seither streiten sich die Nachfolger um das Erbe – der Familienstreit im Hauser Oetker ist legendär. Schon vor einigen Jahren ist geprüft worden, den Konzern zwischen dem Lager der fünf älteren Halbgeschwister aus erster Ehe und den jüngeren aus dritter Ehe, aufzuteilen. Die beiden Lager hatten sich jedoch wieder zusammengerauft. Jetzt sei der Zwist wieder offen zutage getreten, schreibt die Frankfurter Allgemeine (FAZ). Dieser könnte zu einem radikalen Schritt führen, nämlich der Aufteilung des Konzerns.

Eskaliert sei der Streit, als es um die Nachfolge von August Oetker, einem Vertreter der Älteren, an die Spitze des Beirats ging. Die Jüngeren hätten sich gemäss FAZ gegen die Berufung von Rudolf Louis Schweizer gestellt, der jedoch trotzdem die Mehrheit der Stimmen erhielt. Die Jüngeren wollen ein Familienmitglied aus ihren Reihen in die oberste Gruppenleitung berufen wird, die nur aus familienfremden Managern bestehe.

Gemäss dem Manager-Magazin werde eine Realteilung des Oetker-Konzerns vorgesehen. Die «Jüngeren», die zusammen 37,5 Prozent der Unternehmensanteile kontrollieren, würden sich für die Getränkesparten interessieren – die Älteren für das Kerngeschäft mit Lebensmitteln. Dr. Oetker führt in der Getränkesparte Unternehmen, wie die Brauereigruppe Radeberger oder den Sekt- und Weinhersteller Henkell Freixenet. Die Lebensmittelsparte dürfte gemäss FAZ wohl auch weiterhin unter der Marke Dr. Oetker laufen.