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Valora will mit «Foodvenience» wachsen

Mehr Convenience-Shops in den Bahnhöfen und mehr Food in den Kiosken: Valora setzt auf das vielversprechende Geschäft mit frischen Snacks und Nahrungsmitteln für den schnellen Verzehr. Wegen der gewonnenen SBB-Ausschreibung korrigiert das Unternehmen die Gewinnerwartung für 2019 nach unten.

Valora baut bis Ende 2020 rund 90 Kioske in neue Avec-Shops um wie hier im Bahnhof Bern. (Bild Valora/zvg)

Kaffee und Gipfeli auf dem Weg zur Arbeit, ein Sandwich in der kurzen Mittagspause und abends auf dem Sprung nach Hause noch schnell was fürs Abendessen einkaufen: Das Geschäft mit der Ausserhausverpflegung brummt. Hotspots sind dabei naturgemäss die Bahnhöfe. Von diesem Wachstumstrend profitieren will auch der Kleinflächen-Detailhändler Valora. Ende April hatte Valora den Zuschlag für 262 Convenience- und Kioskflächen der SBB erhalten. 231 davon hatte Valora bereits bewirtschaftet, 31 neue kommen dazu. Die Verträge laufen bis 2030.

Weniger Kioske, mehr Avec-Shops
«Früher kamen die Leute an den Kiosk, um eine Zeitung zu kaufen, heute wollen sie einen Kaffee», brachte Valora-Chef Michael Mueller am Investorentag vom 26. Juni den Wandel der Branche auf den Punkt. Beim Kaffee soll es nicht bleiben, längerfristig will Mueller seine Läden zu «Alternativen zu Fast-Food-Restaurants» machen. Die Standorte an den Bahnhöfen werden in den nächsten zwei Jahren konsequent auf «Foodvenience» ausgerichtet. Rund 90 der bestehenden 199 Bahnhofskioske werden in Convenience-Shops umgewandelt, und auch die verbleibenden Kioske bieten künftig mehr Snacks und Getränke an. Heute hat Valora 199 Kioske und 32 Convenience-Shops in Bahnhöfen, ab 2021 sollen es mit den neuen Flächen 146 Convenience-Läden und 116 Kioske sein. 64 Millionen Franken investiert der Konzern in den nächsten zwei Jahren in diesen Umbau, was auch den Gewinn drückt (siehe «Mehr zum Thema»).
Food als Wachstumstreiber
Mueller sieht seinen Konzern gut aufgestellt, um mit dem Fokus auf «Foodvenience» weiter zu wachsen: Die Mobilität nehme zu und damit das Bedürfnis, sich unterwegs zu verpflegen und einzukaufen. Valora sei an den Hochfrequenzstandorten präsent. Auch dem Bedürfnis der Kunden nach frischen und lokalen Produkten trage Valora Rechnung, so Mueller. Avec hat etwa ein eigenes Regio-Label «Von hier. Regional für dich». Im Gegensatz zu den anderen Detailhändlern seien für Valora auch Online-Shops keine Gefahr. Digitalisierung biete dafür die Chance für 24-Stunden-Shopping und schnelleres Check-out. Ein entsprechendes Konzept, die «avec box», hat Valora im April im Hauptbahnhof Zürich getestet. Valora legt dabei Den Wandel der Kioskbranche belegte Mueller mit Zahlen. Der Anteil von Zeitungen, Zeitschriften und Büchern am Bruttoertrag halbierte sich zwischen 2011 und 2018 von 23 auf 12 Prozent, und er wird sich laut Valoraprognosen bis 2025 auf 5 Prozent verringern. Food hingegen ist klar ein Wachstumstreiber. Der Anteil am Bruttoertrag stieg von 2011 bis 2018 von 36 auf 53 Prozent, bis 2025 soll er 60 Prozent ausmachen.
Unrentable Backwerk-Filialen gechlossen
Wachsen will Valora auch mit einem Ausbau seines Filialnetzes. Bis 2025 sollen jährlich rund 50 neue Filialen von avec, Caffe spettacolo, Brezelkönig, Ditsch & Co. dazu kommen. Beim Retail sollen dabei vor allem die avec-Läden das Zugpferd sein, bei den Imbissläden die Selbstbedienungsbäckerei Backwerk, die Valora 2017 übernommen hat. Bis 2025 sollen gegen 100 neue Backwerk-Filialen entstehen, auch in der Schweiz. So schnell wie gewünscht gehe die Backwerk-Expansion allerdings nicht voran, erklärte Valora-CEO Michael Mueller. Zwar wurden 2018 26 neue Backwerk eröffnet, gleichzeitig aber auch 18 unrentable Filialen geschlossen, die sich an problematischen Innenstadtlagen mit sinkender Kundenfrequenz befanden. Auch 2019 sollen 26 unrentable Filialen verschwinden, dafür 30 neue entstehen. Geplant sind Filialen in Tankstellen und «Shop-in-shop»-Konzepte.
Ditsch baut Brezel-Produktion aus
Valoras Brezelbäcker Ditsch kommt an seine Kapazitätsgrenzen. «Wollen wir weiterwachsen, müssen wir unsere Anlagen ausbauen», sagte Thomas Eisele, CEO Food Service, am Investorentag. Am Standort im deutschen Oranienburg investiert der Konzern 40 Millionen Euro in zwei neue Produktionslinien und ein Tiefkühllager. Damit erhöhe sich die Kapazität in Deutschland - dem wichtigsten Brezelmarkt - um 20 Prozent. Die Anlagen sollen Anfang 2020 in Betrieb gehen. Auch in Cincinnati (USA) entsteht für 11 Millionen Euro eine neue Produktionslinie, die im vierten Quartal 2019 fertig sein wird. Damit erhofft sich Valora im zweitwichtigsten Brezelmarkt USA weiteres Wachstum. Heute produziert Ditsch an vier Standorten in Deutschland, den USA und der Schweiz mit ingesamt 13 Produktionslinien jährlich rund 650 Millionen Brezeln für über 270 Geschäftskunden. Die semi-automatische Bäckerei in Emmenbrücke (LU) produziert hauptsächlich für den Brezelkönig, der Valora gehört.

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