Datum: Branche:

Fabrikpläne von Translait und Synutra werden weiterverfolgt

Die Pläne der freiburgischen Translait und des chinesischen Konzerns Synutra, in Saint-Aubin (FR) eine Babymilchpulver-Fabrik zu erstellen, bleiben aktuell. Turbulenzen von Synutra in Frankreich hätten das Projekt zwar verzögert, aber nicht beeinträchtigt, sagt Translait-Chef Vincent Stucky in der Fachzeitung «Agri».

von wy

2017 wurde bekannt, dass der Molkeverarbeiter und -händler Translait gemeinsam mit dem chinesischen Babynahrunghersteller Synutra im freiburgischen Saint-Aubin eine Fabrik für die Trocknung von Magermolke plant. Diese Pläne seien immer noch aktuell, sagt Translait-Chef im Interview mit der Westschweizer Fachzeitung «Agri». Die Fabrik soll von einer zu gründenden Gesellschaft namens Sagir betrieben werden, die zur Hälfte Translait und zur Hälfte Synutra gehört.

Die Vorzeichen seien gut, sagt Stucky. «Der chinesische Markt wächst und ist interessant. Synutra hat den Markt, wir haben den Rohstoff.» Mit geplanten 30 000 Tonnen Molkenpulver pro Jahr sei man ohnehin ein kleiner Player. Synutra als drittgrösster Hersteller und China mit rund 7500 Händlern könne die Produkte gut verkaufen. Man kenne Christian Mazurey, den Präsidenten von Synutra France, schon länger. So sei die Zusammenarbeit entstanden. Aber: «Es ist noch ein Projekt, es ist noch nichts entschieden.»

In Frankreich hat das Image von Synutra bei den Bauern gelitten. Im bretonischen Carhaix löste im 2018 der Milchverarbeiter Maîtres Laitier du Cotentin einen Vertrag mit Synutra auf, weil die Verkäufe in China nicht den Erwartungen entsprachen. Die Fabrik wurde an den Konkurrenten Sodiaal verkauft. Darauf angesprochen, sagt Stucky, Synutra habe nur eine von zwei Fabriken verkauft, die zweite für die Herstellung der Endprodukte werde weitergeführt. Auch in Saint-Aubin werde es eine klare Aufgabenteilung geben. Translait werde die Beschaffung und Verarbeitung der flüssigen Produkte übernehmen, Synutra werde sich um die Formulierung und den Verkauf der fertigen Produkte kümmern.

«Nach den Ereignissen von Carhaix haben wir uns schon Fragen gestellt und gewisse Vorsichtsmassnahmen getroffen», sagt Stucky. Ein gewisses Risiko habe man als Unternehmer immer. Die Probleme in Frankreich hätten das Projekt zwar um acht bis zehn Monate verzögert, aber am Willen, das Projekt durchzuführen, habe sich nichts geändert.

Auf die Frage, ob die neue Fabrik nicht in Konkurrenz zur Cremo stehe, sagt Stucky, im Gegensatz zur Cremo wolle man ein fertiges Produkt herstellen und nicht ein Zwischenprodukt für die Industrie. Man werde auch nur Magermolke verarbeiten, keine Vollmilchprodukte.

Translait kauft heute 300 000 Tonnen Molke von 70 Käsereien. Davon werden 40 Prozent exportiert, vor allem nach Frankreich, wo das flüssige Magermolkenkonnzentrat zu Pulver getrocknet und an die Lebensmittelindustrie verkauft wird.