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Die Raketen-Glace: ein Dauerbrenner seit 50 Jahren

Inspiriert von der Mondlandung lancierte Frisco im Sommer 1969 die Raketen-Glace, die heuer ihren 50. Geburtstag feiert. Acht Millionen Raketen verlassen jährlich die Frisco-Fabrik in Rorschach.

von mos/sda

Seit 50 Jahren gut unterwegs: Happy Birthday, Rakete! (Bild zvg)

Es war eine Sensation, als am 20. Juli 1969 mit Neil Armstrong der erste Mensch den Mond betrat. Millionen von Menschen auf der ganzen Welt verfolgten die ersten Schritte auf dem Mond gebannt am Fernseher. Vom Mondfieber anstecken liessen sich auch die Glacé-Macher von der Frisco im sankt-gallischen Rohrschach. Bereits kurz nach der geglückten Mondlandung starteten sie im Sommer 1969 ihre eisgekühlte Raketen-Glace. Wer genau die zündende Idee hatte, ist nicht überliefert. Sicher ist: Die Rakete traf und trifft den Geschmack der Schleckmäuler. Denn während die Amerikaner ihr Apollo-Programm Ende 1972 einstellten, wurde die Rakete zum Klassiker im Tiefkühlregal.

«Die Rakete ist auch nach 50 Jahren noch ein Glacé-Dauerbrenner, ein Leaderprodukt», sagt Reto Lüchinger, Marketingleiter bei der Froneri Schweiz, zu der die Glace-Marke Frisco gehört, gegenüber der Nachrichtenagentur Sda. Acht Millionen Stück davon werden jährlich in der Glacé-Fabrik Frisco Rorschach produziert, bis zu 380’000 pro Tag. Damit ist die Rakete in Stückzahlen die meistverkaufte Glacé von Frisco. Zwei Drittel davon werden in den Sommermonaten Mai bis August verkauft. Längst haben auch Migros und Coop ihre eigenen Raketen-Imitationen an den Start gebracht.

Weniger Zucker, keine künstlichen Farbstoffe

Wie die Saturn-V-Rakete des Apollo-Programms ist die Raketen-Glace dreistufig aufgebaut: Orange, Ananas und eine mit Schoggi umhüllte Spitze. «Die Grundrezeptur ist seit 50 Jahren die gleiche», erklärt Lüchinger auf Anfrage von alimenta. In den letzten Jahren sei jedoch der Zuckergehalt reduziert worden und seit einigen Jahren werden auch keine künstlichen Farbstoffe mehr verwendet. «Heute wird die Rakete aus rein natürlichen Zutaten hergestellt», so Lüchinger.

Nicht nur Kinder mögen die Glace. «Auch Erwachsene lieben die Rakete, hauptsächlich, weil sie damit aufgewachsen sind», sagt Lüchinger. Zur Beliebtheit trägt wohl auch der tiefe Preis bei. 1969 kostete die Glace 30 Rappen, heute ist sie mit rund einen Franken (so die unverbindliche Preisempfehlung von Frisco) immer noch eine der günstigsten Glacen in der Badi.

Kein weiteres Rekordjahr erwartet

Die aktuelle Hitzewelle kurbelt den Glacékonsum an. Die Lager in Rorschach sind voll, die Tiefkühler bei den Kunden gefüllt. Mit Umsätzen wie im vergangenen Jahr rechnet Lüchinger aber nicht, wie er der Sda sagte. «Der Sommer lief bisher schwach.» Nach 2003 war 2018 ein Rekordjahr für Glacé. «Wir haben in allen Kanälen zugelegt. Besonders stark bei den Strassenartikeln», sagt Marketingleiter Lüchinger.