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SALS: «Mercosur-Abkommen nicht um jeden Preis»

Die Schweizerische Vereinigung für einen starken Agrar- und Lebensmittelsektor (SALS) fordert den Bundesrat auf, bei einem allfälligen Mercosur-Freihandelsabkommen auf die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft Rücksicht zu nehmen.

von mos/pd

Mercosur bedeutet «gemeinsamer Markt Südamerikas» (grün markiert die Vollmitglieder). (Bild Wikipedia/zvg)

Ein Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten, wie es die Schweiz über die EFTA abschliessen will, könnte für Schweizer Bauern und Lebensmittelhersteller zur existenziellen Bedrohung werden. Das schreibt die Schweizerische Vereinigung für einen starken Agrar- und Lebensmittelsektor (SALS) in einer Mitteilung vom Dienstag. Die Mercosur-Staaten, insbesondere Brasilien und Argentinien, seien Schwergewichte in der weltweiten Lebensmittelproduktion. «Die Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft können mit derartigen Konkurrenten nicht mithalten», schreibt die SALS, da sie über deutlich grössere Strukturen verfügten und viel weniger strenge Anforderungen bezüglich Umwelt und Tierwohl hätten. Deshalb dürfte der Bundesrat der EU nicht blind folgen und ein Freihandelsabkommen mit Mercosur um jeden Preis abschliessen. Die EU und die Mercosur-Staaten hatte Ende Juni nach 20-jährigen Verhandlungen ein Freihandelsabkommen abgeschlossen.

Gefahr auch für Verarbeiter

Nicht nur die 52’000 Landwirtschaftsbetriebe in der Schweiz stünden auf dem Spiel, sondern auch der Verarbeitungssektor, schreibt die SALS weiter. Es dürften vermehrt teilweise verarbeitete Lebensmittel eingeführt werden, wodurch langfristig Arbeitsplätze in diesem Bereich betroffen wären. Ein Freihandelsabkommen würde laut SALS nicht dazu beitragen, die Produktionskosten in der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft zu senken.

Weiter fordert die SALS den Bundesrat auf, bei den Verhandlungen den geschützten geografischen Angaben gebührend Rechnung zu tragen. Der EU sei es mit dem Mercosur-Abkommen gelungen, verschiedene geografischen Angaben zu schützen. Die Schweiz müsse dies «zwingend» auch für ihre 37 AOP und IGP tun. Ausserdem müsse der Bundesrat wachsam sein bei sensiblen Produkten wie Rind- und Pouletfleisch, Getreide, Ölsaaten und Zucker.