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Aldi «enttäuscht» von neuer Distributionspolitik von Bio Suisse

Die neue Politik von Bio Suisse zur Vergabe der Knospe stösst dem Discounter Aldi sauer auf.

von mos

Aldi bemüht sich seit Jahren um die Knospe für Eigenmarken. (Bild Bio Suisse/zvg)

Anfang Juli hat Bio Suisse seine überarbeitete Distributionspolitik vorgestellt. Neu gilt ein 3-Stufen-Modell, das festlegt, welche Bedingungen ein Detailhändler erfüllen muss, um die Knospe oder das Bio-Suisse-Logo verwenden zu dürfen (siehe «Mehr zum Thema»). Ziel ist es, für die wachsende Bioproduktion auch neue Distributionskanäle zu erschliessen.

Schon seit Jahren bemüht sich der Discounter Aldi um die Knospe auf den Bio-Eigenprodukten. «Für uns ist die neue Distributionspolitik überraschend und enttäuschend», erklärte Philippe Vetterli von der Aldi-Suisse-Medienstelle gegenüber dem «Schweizerbauer». Man arbeite seit Jahren an einem verbindlichen Richtplan, und Aldi habe bisher alle gestellten Anforderungen erfüllen können. «Uns lag bereits ein Markennutzungsvertrag sowie die dazugehörige Gebührenordnung von Bio Suisse vor», so Vetterli weiter.

Das sei nun aber alles durch das neue Modell infrage gestellt. Für die dritte und höchste Stufe könne sich kein Discounter qualifizieren, denn dazu müsste Aldi in seinem Standardsortiment eine bestimmte Anzahl Bio-Produkte haben, was in diesem Fall rund die Hälfe des Sortiments ausmachen würde, sagte Vetterli der Zeitung. Für Aldi sei diese Forderung illusorisch.

Der «Schweizerbauer» mutmasst, dass Coop – der Marktführer bei Bioprodukten – ein «Machtwort» gesprochen habe. Laut Insidern habe sich Coop an den zuvor tiefen Anforderungen an die Discounter gestört.