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Fromagerie d’Ussières eröffnet

Für die neue «Fromagerie d'Ussières» haben drei Waadtländer Milchgenossenschaften zusammengespannt. Die neue Käserei produziert 244 Tonnen Gruyère AOP pro Jahr.

von Françoyse Krier

Zur neuen Käserei gehört auch ein kleiner Laden. (Bilder fk)
Käser Christophe Streit produziert neben Gruyère AOP auch einen lokalen Tannenschössling-Käse. (Bild fk)

Am 28. Juni wurde im waadtländischen Ropraz die neue Käserei Fromagerie d’Ussières eröffnet, benannt nach dem Weiler, wo die Käserei steht. Gebaut wurde sie von den Milchgenossenschaften der drei Gemeinden Vucherens, Vulliens und Ropraz. 4,7 Millionen Franken kostete der Neubau (siehe «Mehr zum Thema»).

In zwei 5600-Litern-Kessi produzieren Käser Christophe Streit und sein Team pro Jahr 244 Tonnen Gruyère AOP,  in einem 1000-Liter-Kessi werden lokale Spezialitäten hergestellt wie der «Forestier du Jorat», ein Tannenschössling-Käse. Der Käsekeller bietet Platz für 3600 Käselaibe, die von einem Roboter gewaschen und gebürstet werden. Zweimal täglich wird die Milch bei den 11 Bauern abgeholt, die rund 2,81 Millionen Kilogramm Milch liefern. Die Käserei verfügt auch über einen kleinen Laden.

Käserei von Ropraz war veraltet

Die Bauarbeiten für die neue Käserei beannen am 20. August 2017, seit dem 4. Dezember 2018 wird produziert. Dem Baubeginn gingen jahrelange Verhandlungen zwischen den beteiligten Milchgenossenschaften und der Interprofession du Gruyère voraus. 2012 erhielt die Milchgenossenschaft von Vulliens das Versprechen, 1,5 Millionen Kilogramm Milch zu Gruyère AOP verkäsen zu können – unter der Bedingung, einen Ort für die Produktion zu finden. Die 175-jährige Käserei von Ropraz, die jährlich 1,4 Millionen Kilogramm Milch von Bauern aus Ropraz und Vucherens verarbeitete, kam dafür nicht in Frage. Trotz Modernisierungsarbeiten war sie veraltet.

2013 beschlossen die drei Genossenschaften deshalb, gemeinsam eine neue Käserei zu bauen. Im Juni 2016 fusionierten die drei Milchgenossenschaften. Zur gleichen Zeit erteile die Interprofession du Gruyère der Milchgenossenschaft von Vulliens eine Quote von rund 117 Tonnen, zusammen mit der Quote von Ropraz (rund 127 Tonnen) kommt die neue Käserei von Ussières damit auf eine Quote von insgesamt 244 Tonnen Gruyère AOP. Das passe zur Strategie der Interprofession: Man wolle wachsen, aber nicht mehr produzieren, als der Markt verlange, sagte Oswald Kessler, Präsident der Sortenorganisation Gruyère, bei der Eröffnung. Und für die Käserei bedeute die Quote eine lebensfähige Basis. fk