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Valser: Wiedersehen macht Freude

Das Mineralwasser aus den Bündner Bergen soll zu 100 Prozent in rPET-Flaschen abgefüllt werden. Auch beim Marketing für Valser steht Recycling neu im Mittelpunkt.

von Hans Peter Schneider

Die beiden Valser-Ambassadorinnen Nadia Damaso (l.) und Karen Fleischmann zusammen mit Coca-Cola- Nachhaltigkeitschef Patrick Wittweiler.
Aus Granulat entsteht...
...wieder eine neue Flasche.

Flaschen von Coca-Cola bestehen durchschnittlich zu 40 Prozent aus Recycling-Material. Das seit 2002 zum US-Konzern gehörende Valser-Wasser soll ab sofort in PET-Flaschen abgefüllt werden, die zu 100 Prozent aus Rezyklat hergestellt sind. Wenigstens gilt dies für die 0,5 Liter-Flasche. Bis im Herbst sollen dann alle Flaschen zu 100 Prozent aus rPET bestehen. Schon seit 2006 werden in Vals PET-Flaschen aus recyceltem Material eingesetzt. Damals lag der Anteil jedoch erst bei 30 Prozent. Im 2015 betrug dieser Anteil schon 50 Prozent, wie Patrick Wittweiler, Nachhaltigkeitschef von Coca-Cola, erklärte. Jetzt soll der Anteil also auf 100 Prozent gesteigert werden.

Rezyklat ausverkauft

Diese Ankündigung macht Druck auf die Recycling-Werke. Denn: «Der Wille und die technische Möglichkeit, die Valser-Flaschen aus 100 Prozent wiederverwertetem PET zu produzieren, sind nur der halbe Weg. Wichtig ist, dass die Flaschen in den Kreislauf zurückgelangen», sagte Jean-Claude Würmli, Geschäftsführer von PET-Recycling Schweiz. Es müsse auch in Sachen Sammlung etwas geschehen, wenn immer mehr Rezyklat eingesetzt werde. Schon anfangs des Jahres sei das PET-Rezyklat schweizweit ausverkauft gewesen.
Daher rief Würmli an der Pressekonferenz die Bevölkerung einmal mehr auf, gebrauchte und leere Getränkeflaschen in die dafür vorgesehenen Sammelbehälter zu geben. Nur damit habe man eine Chance, dass wieder eine neue Flasche daraus entstehe.
«Eine Sammelquote von 83 Prozent? –Weltrekord – mag sein», so Würmli. «Wir wollen hundert Prozent sammeln.» Obwohl es zum Beispiel in der Schweiz mehr Sammelpunkte für PET als Briefkästen gebe, müsse man die Sammlung verstärken. So wolle man künftig vermehrt an den Verkehrsknotenpunkten des öffentlichen Verkehrs PET-Flaschen sammeln, sagte Würmli.

Werbung auf Kreislauf angepasst

Valser will auch vermehrt darauf hinweisen, dass die Flasche zurückgegeben werden soll. Dazu hat das Unternehmen auch gleich die Werbung angepasst. Diese bezieht sich nicht mehr auf die gesundheitlichen Vorteile, das Durstlöschen oder die Erfrischung durch Valser-Wasser, sondern gehen auf die Verpackung ein. So steht auf der Flasche: «Schön di wieder z’gseh» und «Danke für’s Recyceln». Mit einem 100-prozentigen Einsatz von rPET, könne der CO2-Ausstoss im Vergleich zu Neu-PET um bis zu 75 Prozent verringert werden, sagte Wittweiler. Für Valser, dessen Flaschen zuletzt einen rPET-Anteil von 36 Prozent hatten, bedeute die Umstellung eine CO2-Reduktion von 64 Prozent. Im Jahr 2020 wird VALSER rund 2000 Tonnen CO2 einsparen können. An der Präsentation stellte Coca-Cola für Valser zwei neue Ambassadorinnen vor. Valser wird künftig im Bereich Nachhaltigkeit durch die Bündner Kochbuchautorin Nadia Damaso und das international erfolgreiche Model Karen Fleischman vertreten. Beide sollen der Marke ein neues Gesicht verleihen.
hanspeter.schneider@rubmedia.ch