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Mit Innovationsstudio zu neuen Broten

Bäcker brauchen Innovationen und exzellente Produkte. Die Hefe Schweiz AG hat mit dem neuen Backstudio eine Versuchsbäckerei gebaut, wo getüftelt, elaboriert und innoviert werden kann.

von Hans Peter Schneider

Das Backstudio besticht durch die hellen Arbeitsräume.
Der Chef von Hefe Schweiz freut sich am neuen Backstudio.
Peter Bachmann ist Verwaltungsrat bei Hefe Schweiz.
Das Backstudio steht direkt neben der Hefefabrik.
Der Entwicklungsleiter Marcel Ammon bei der Arbeit.
Helle Arbeitsräume

«Ja, es brauchte lange, bis wir uns entschieden haben», sagt Thomas Gamper. Der Chef von Hefe Schweiz AG und sein Team hatten einen schwierigen Entscheid zu fällen: Bauen oder nicht. Das Potenzial, das der Neubau versprach, gab aber den Ausschlag. Nach einer Bauzeit von nur einem halben Jahr stand dann das neue Backstudio im Sommer 2019, direkt neben der Fabrik der Hefe Schweiz AG in Stettfurt und konnte in Betrieb genommen werden. Damit verfügt das Unternehmen über eine Versuchsbäckerei, womit den Kunden ein Mehrwert geboten werden kann. «Wir wollen hier viele Inno­vationen realisieren und Nischenprodukte entwickeln», sagte Peter Bachmann, der Verwaltungsratspräsident der Firma anlässlich der Eröffnung am 3. September.

Die Kunden bräuchten praxisnahe Lösungen und zudem habe die Firma eine Verantwortung gegenüber der Bäckerschaft und sogar gegen­über der ganzen Bevölkerung, so Bachmann, denn Hefe galt früher als strategisches Produkt und muss auch heute noch in den Pflichtlagern aufbewahrt werden.

Die zwei Millionen Franken Investitionssumme seien kein Pappenstiel für eine Firma mit einem Umsatz von 18 Millionen, sagte Thomas Gamper. Ausserdem sei man im kleinen und schrumpfenden Schweizer Markt tätig und sehe sich einem stetig zunehmenden Preis- und Margendruck ausgesetzt.

Erfolgreich im Nischenmarkt

Im europäischen Umfeld und auch weltweit
hat eine enorme Konzentration auf der Produzentenseite stattgefunden. Den weltweiten Hefemarkt beherrschen heute drei Konzerne. «Wenn der Markt das Aquarium ist, sind wir der Zierfisch darin», sagte Gamper. Denn das Unternehmen verfolgt eine konsequente Nischenstrategie und entwickelte in den letzten Jahren verschiedene Spezialprodukte, deren Produktion sich für die Grossindustrie als zu aufwändig gestaltete.

Export mit Biohefe

Zum Beispiel die Biohefe, deren Absatz das Unternehmen stetig ausbauen kann. Gemäss Gamper werden rund 500 Tonnen exportiert und auch im Inland steigt die Nachfrage weiter. Mit der Biohefe macht Hefe Schweiz heute einen Umsatzanteil von 24 Prozent. Ein weiteres Erfolgsprodukt, das auch nach Deutschland exportiert wird, ist «Panatura», ein natürlicher Vorteig in verschiedenen Produktvarianten und erst diesen Frühling lancierte das Unternehmen eine mit Vitamin D angereicherte, klassische Backhefe. Einen Vorteil sieht das Unternehmen auch darin, dass die Hefe von A bis Z selber hergestellt wird. Der andere Hersteller importiere Flüssighefe, die dann einfach verpackt werde. Nicht zuletzt wegen der hohen Herstellungskompetenz beliefere man zwei Drittel der hiesigen Bäckereien und Backindustrie.
hanspeter.schneider@rubmedia.ch