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Ausgezeichnete Schweizer Biere

Am 19. September 2019 wurden im Berner Bierhübeli die 2. Swiss Beer Awards vergeben. Der Anlass zeigte auf eindrückliche Art die Vielfalt und Qualität des Schweizer Bieres.

von Roland Wyss

Am 19. September 2019 wurden im Berner Bierhübeli die 2. Swiss Beer Awards vergeben.
Die Brauerei Doppelleu erhielt 12 Swiss Beer Awards.
Moderierte die Swiss Beer Awards: Verbandsdirektor Marcel Kreber.
Bereit für die Bier-Sommelier-WM: Der amtierende Schweizer Meister Martin Droeser.

Zum zweiten Mal fand am 19. September im Berner Bierhübeli die Verleihung der Swiss Beer Awards statt. Der Anlass war eine gemütliche, stimmungsvolle Zusammenkunft der Branche, 117 Swiss Beer Awards Label in 31 Kategorien wurden vergeben, die von den Gewinnern nun im Marketing verwendet werden können. Am meisten Awards erhielt die Doppelleu Brauerei aus Winterthur, nämlich 12 Stück. Mit grösserem Abstand folgten die Brauereien Eichhof und Schützengarten mit je sieben sowie Feldschlösschen mit fünf Awards.

Für den Swiss Beer Award wurden insgesamt 389 Biere eingereicht, rund doppelt so viele wie vor zwei Jahren bei der ersten Ausgabe des Wettbewerbs. Es nahmen 71 Brauereien aus der Schweiz und Liechtenstein teil, ein Drittel mehr als 2017. Eingereicht werden konnte für 40 verschiedene Bierstile, die nach international Standards definiert sind. Darunter geläufige wie «Lager hell» oder «Hefeweizen hell», aber auch speziellere wie «Belgisches Witbier» oder «Holzfassgereiftes Sauerbier».

Auch Exoten unter den Prämierten

Viele Prämierungen gab es bei Kategorien, die nicht traditionell schweizerisch sind: «Hefeweizen hell», «Pale Ale» und «Indian Pale Ale», aber auch bei der Sonderkategorie, wo sich zeigte, wie experimentierfreudig die Branche mittlerweile ist: Kräuterbier mit Fichtennadeln, Föhrensprossen und Eisenkraut, Zwickelbier dunkel mit Hanföl, Coffee Ale mit speziell geröstetem und gemahlenen Kaffee sind nur einige der Kreationen.
Gegenüber den ersten Swiss Beer Awards von 2017 wurde das Reglement verschärft, wie Marcel Kreber, Direktor des Schweizer Brauerei-Verbandes, erklärte. Es wurden nicht mehr Gold- und Silbermedaillen verteilt, sondern die besten 30 Prozent der bewerteten Bier mit einem Award ausgezeichnet. Vor der Frage, ob man nebst Gold und Silber auch Bronze vergeben wolle oder einen Anteil mit Awards zu prämieren, entschied sich der Steuerungsauschuss für letzeres.

Strengere Auswahl

Die 38-köpfige Fachjury, bestehend aus ausgebildeten Sensorikern, Bier-Sommeliers, Braumeistern, Bierexperten und erfahrenen Prüfern aus der Schweiz, verkostete am 25. und 26. Juni die Biere blind, das heisst, es konnten keine Rückschlüsse auf die Herkunft gemacht werden (s. Interview S. 9). Die Biere wurden nach einem Punkte-System nach ihrer Optik (Schaum, Farbe), nach Aromatik (Aromen und Fehlaromen), nach dem Geschmack, der Konsistenz, dem Nachtrunk und dem Gesamteindruck bewertet. Dazu kam eine labortechnische Untersuchung, bei der Dichte, Stammwürze, Alkoholgehalt, Extrakt, Vergärungsgrad, Brennwert, pH-Wert, Bittereinheiten und Farbe gemessen wurden.

Applaus für den Nachwuchs

Ausser Konkurrenz und mit viel Applaus geehrt wurden die Biere der Lernenden. Auf dem ersten Platz war dabei das Bier der Feldschlösschen-Lernenden Jan Männ, Laurin Scoganamiglio, Pascal Mahrer und Dominink Müller. Ihr «Kristallweizen» wurde als «Special Edition» im Frühjahr bei Coop verkauft. Auf dem 2. Platz war Meret Gfeller vom Alten Tramdepot in Bern, auf dem 3. Platz Nando Duran von der Brauerei Calanda. «Der Nachwuchs ist besonders wichtig und liegt uns besonders am Herzen», sagte Kreber, «wir müssen uns darum bemühen, dass wir auch in Zukunft gute Bierbrauer haben.»

Bereit für die WM

In Bern anwesend war auch der amtierende Bier-Sommelier Martin Droeser, der die Schweizer Nationalmannschaft mit den besten vier Bier-Sommeliers anführt, die an der Bier-Sommelier-Meisterschaft vom 27. September in Rimini teilnehmen wird. Die vier hatten sich am 14. August zum letzten Training getroffen, um Bierstile und Bier-Flavours richtig zuzuordnen und die Bierpräsentation zu üben. In Rimini werden 80 Biersommeliers aus 18 Ländern werden dort gegeneinander antreten. «Wir sind bereit und wollen den Titel holen», sagte Droeser.
roland.wyss@rubmedia.ch
Die Gewinnerbiere: beer_award19
Die Liste der prämierten Biere findet sich unter www.swissbeeraward.ch