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Obstbau: Wanzen verursachen immer mehr Schäden

Die marmorierte Baumwanze wird zum nationalen Problem. Nun suchen die Obstproduzenten fieberhaft nach Lösungen - eine chemische Bekämpfung des Schädlings ist nicht möglich.

von mos/lid

Die marmorierte Baumwanze wurde aus Asien eingeschleppt. (Bild zvg/SOV)
Saugen die Wanzen an den Birnen, entstehen kraterförmige Dellen. (Bild zvg/SOV)
Das Schadbild der Wanze. (Bild zvg/SOV)

Die eingeschleppte marmorierte Baumwanze wird für die Schweizer Obstbauern zunehmend zum Problem. Lagen die Schäden 2018 noch bei 10 Prozent,  beklagen Landwirte in der ganzen Schweiz dieses Jahr Ernteausfälle von 20 Prozent, wie der Schweizer Obstverband (SOV) in einer Mitteilung schreibt. Besonders betroffen seien die Birnenkulturen angrenzend zu Häusern, Scheunen oder zu Siedlungsgebieten.

Es bestehen aber auch Schäden an Äpfeln, Kirschen und Beeren sowie Peperoni und Tomaten. Die Wanze saugt das Fruchtfleisch an und sorgt so für deformierte und verfärbte Früchte. Das Ausmass der Schäden erfordere schnelle Lösungen, schreibt der SOV weiter.

Deshalb trafen sich die Task Force Pflanzenschutz des Schweizer Obstverbandes und die Arbeitsgemeinschaft Zentralschweizer Obstproduzenten am Dienstag mit dem Bundesamt für Umwelt und dem Bundesamt für Landwirtschaft, um Lösungen zu finden. Bei einem weiteren Treffen im Oktober 2019 wird die gemeinsame Strategie festgelegt, damit Ressourcen für die Problemlösung beantragt werden können.

Samurai-Wespe als Retterin?

Doch die Bekämpfung des Schädlings ist nicht einfach: Da die Wanze erst seit zwei Jahren in der Schweiz auftritt, gibt es keine zugelassenen Insektizide zur Bekämpfung. Die Bäume mit Netzen einzupacken, könnte eine Lösung sein, schreibt der SOV weiter. Das sei aber teuer und riskant. Die Wanzen wandern nämlich bereits im April von ihrem Winterquartier in Häusern in die Kulturen ein. Fällt im Frühling aber noch einmal Schnee, könnte die Schneelast auf den Netzen den Bäumen schaden.

Den ungeliebten Wanzen den Garaus machen könnte die aus Asien stammende Samurai-Wespe. Die Wespenlarve frisst nämlich die Wanzeneier. Somit könnte die Ausbreitung der Wanzen gestoppt werden. Noch brauche es zu einem allfälligen Einsatz der Wespe aber viel Forschung, hält der SOV fest.