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Industriekartoffeln: Bauern fürchten Importe

Das Keimhemmungsmittel Chlorpropham wird in der Schweiz nächstes Jahr verboten. Da hierzulande Alternativen für Industriekartoffeln fehlen, drohen Importe, warnt der Bauernverband.

von mos

Chloropropham verhindert, dass Industriekartoffeln beim Lagern auskeimen.

Den Schweizer Kartoffelbauern droht Ungemach. Wie der «Schweizer Bauer» berichtet, verliert der Keimhemmer Chloropropham in der Schweiz am 1. Juni 2020 die Zulassung. Der Grund: Ein gesundheitliches Risiko für Konsumenten könne nicht ausgeschlossen werden. Chloropropham ist laut der Zeitung das wichtigste Keimhemmungsmittel bei Industriekartoffeln am Lager. Andere sicher wirkende Keimhemmer für Industriekartoffeln gebe es – anders als für Speisekartoffeln –  in der Schweiz nicht, in der EU hingegen schon. «Wenn sich das bis Herbst 2020 nicht ändert, geht die Kartoffelbranche davon aus, dass Veredelungskartoffeln importiert werden. Diese wären mit einem Wirkstoff behandelt, der in der Schweiz nicht zugelassen ist», sagte Niklaus Ramseyer vom Schweizer Bauernverband (SBV) gegenüber dem «Schweizer Bauer».

Der Branchenverband Swisspatat führt laut der Zeitung zurzeit Gespräche mit den Abnehmern von Industriekartoffeln. Es gelte herauszufinden, mit welchen Keimhemmern und Lagerparametern die Kartoffeln künftig bis zum Schluss gelagert werden könnten, sagte Christine Heller von Swisspatat. Auch neue Sorten sollen geprüft werden. Leider seien bei den Friteskartoffeln noch keine Sorten in Aussicht, die ohne Keimhemmer gelagert werden könnten. Bei den Chipskartoffeln sei dieser Ansatz schon relativ weit entwickelt.

Anita Binder vom Chipsfabrikant Zweifel bestätigte das gegenüber der Zeitung. «Wir haben vor Jahren begonnen, alternative Lagermethoden zu entwickeln, um möglichst wenig Keimhemmer einzusetzen.» Diese würden nur noch in geringem Umfang und während wenigen Wochen eingesetzt.