Datum: Branche:

Mit Mass konsumieren

Jede Studie muss kritisch, nach gesundem Menschenverstand überprüft werden.

von hps

Was eine Studie belegt, widerlegt die nächste. Der Beweis dieses Grundsatzes gilt bei Nahrungsmitteln zum Beispiel beim Ei und der Butter (Cholesterin), die schon länger durch neuere Studien von ihrem schlechten Gesundheits­image rehabilitiert wurden. Letzte Woche folgte das Fleisch: Ein internationales Netzwerk von Forschern hat das Nahrunsgmittel als gesundheitlich unbedenklich eingestuft, wie in der NZZ vom 2. Oktober zu lesen war. Spannend daran ist nicht nur das Ergebnis, sondern auch, dass die Datengrundlage die gleiche war wie diejenige, auf der Fleisch im Jahr 2015 von der WHO als gesundheitlich schlimm – ähnlich wie Rauchen – dargestellt wurde.

Was lehrt uns das? Jede Studie muss kritisch, nach gesundem Menschenverstand überprüft werden. Dies gilt ganz besonders für Studien, die die Fleischproduktion generell als Klimakiller darstellen. Klar wittert die neu entstehende Industrie für künstliches Fleisch aus Pflanzen oder gewonnen aus Fermentation ihre Chance in den lukrativen westlichen Märkten für Veganer. Zum Beispiel präsentierte Nestlé kürzlich seinen in Tschechien produzierten «Incredible Burger» aus Soja. «Traditionelles» Fleisch aus lokaler und nachhaltiger Produktion ist jedoch ein ökologisch sinnvolles und gesundes Nahrungsmittel. So gilt auch bei Studien, was bei Fleisch gilt: Kritisch und mit (Augen-)Mass konsumieren.