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Global denken, lokal handeln

von Manuel Fischer

Manuel Fischer.

Die National- und Ständeratswahlen vom 20. Oktober stehen ganz im Zeichen der Klimafrage. Die Jugend äussert sich besorgt zur drohenden Klimakrise. Die Menschheit erdreistet sich, in beunruhigendem Tempo zum wichtigsten Einflussfaktor auf biologische, geologische und atmosphärische Prozesse auf der Erde zu werden. Angesichts der vielfältigen Ursachen und globalen Folgen sind allerdings einfache Rezepte nicht verfügbar.

Um handlungsfähig zu bleiben, müssen wir dennoch die Komplexität reduzieren und uns an gangbare Leitfäden halten können. Hinsichtlich des Klimaschutzes haben (fast) alle dieselbe Stossrichtung: Das Ausstossen von Kohlenstoffdioxid als Treibhausgas in der Atmosphäre soll ab jetzt stark reduziert oder gänzlich vermieden werden – mit dem zeitnahen Fernziel von «Netto-Null-Emissionen» von Treibhausgasen bis 2050.

Mehrere, durchaus unterschiedliche Strategien sind greifbar, um das überaus ehrgeizige Vorhaben auch nur annähernd auf den Weg zu bringen. Das heisst: Die von der japanischen Regierung forcierte nationale Wasserstoff-Strategie (mit Brennstoffzellen heizen und fahren) hat ebenso seine Berechtigung wie die auf Akkus basierende Elektromobilität. Oder: Die forcierte Erneuerung des bestehenden Gebäudeparks hätte die grösste Hebelwirkung, um die Energieeffizienz beim Heizen/Warmwasserbereitung zu erhöhen und den CO2-Ausstoss zu senken.

Die Politik kapiert es langsam. Aber ebenso bemerkenswert sind viele kleine Initiativen abseits des Rampenlichts. Für die Bereitstellung von Prozesswärme setzt das Maestrani-Werk in Flawil spezielle Wärmepumpen ein, die unter anderem in der Lage sind, die Temperaturen in Schmelzwannen (bis zu +70 °C) und in Conchiermaschinen (bis zu +55  °C) zu gewährleisten. Das hat durchaus Pioniercharakter. Die Zielmarke bleibt dieselbe, ein bunter Strauss an Wegen gibt es dorthin. Ein globales Bewusstsein. Eine ungewisse Zukunft.