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Kaffee: Pflichtlager sollen weitergeführt werden

Kaffee soll jetzt doch ein «lebenswichtiges» Gut darstellen. Der Bundesrat will das Projekt der geplanten Aufhebung der Pflichtlager für Kaffee nicht weiterverfolgen.

Die Schweizer zählen mit neun Kilo Kaffeebohnen pro Person und Jahr weltweit zu den Spitzentrinkern. Damit der Kaffee nicht ausgeht werden 15 000 Tonnen Rohkaffee in Säcken, von 15 Unternehmen an Lager gehalten. Zusammen mit den Betriebsvorräten von Handelsfirmen, Röstereien und vom Grosshandel von nochmals gut 16 800 Tonnen, wird der Kaffeebedarf der Schweizer Bevölkerung während rund eines halben Jahres garantiert.

Im vergangenen April stellte der Bundesrat die Kaffeelagerung in seiner Revision der Verordnung über die Pflichtlagerhaltung von Nahrungs- und Futtermitteln plötzlich in Frage. Denn die Bohnen seien kein lebenswichtiges Gut und das Risiko einer Unterversorgung gering. Kaffee enthalte praktisch keine Energie und könne deshalb aus ernährungsphysiologischer Sicht keinen Beitrag zur Nahrungsenergieversorgung leisten. Ausserdem würden Kaffeebohnen auf drei Kontinenten angebaut und das ganze Jahr über geerntet. Gäbe es Ernteausfälle in einer Region, könnten diese mit Lieferungen aus anderen Regionen kompensiert werden.

Das bundesrätliche Verdikt ging um die Welt. Die Nachrichtenagentur Reuters ­vermeldete einigermassen fassungslos, ausgerechnet im Nespresso-Land Schweiz sei ­Kaffee nicht länger «vital for human survival». Die Zeitung «USA Today» ­warnte, die neutrale Schweiz werde sich kaffeesüchtige Pendler weltweit zu Feinden machen. Gemäss zwei gut informierten Quellen, wie die Zeitung «der Bund» schreibt, sei Bundesrat ­Guy Parmelin inzwischen zum Schluss gekommen, dass die Sache nochmal überprüft werde. Er habe sein Bundesamt angewiesen, den Plan zur Aufhebung der Pflichtlager nicht weiterzuverfolgen. In den nächsten Monaten werde der Gesamtbundesrat entscheiden.

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