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Emmentaler: Geht es wieder aufwärts?

Lange Zeit kannten die Emmentaler-Verkäufe vor allem die Abwärtsrichtung. Doch dieses Jahr stiegen die Verkäufe in den ersten 9 Monaten wieder an. Die Sortenorganisation hofft, dass es so weiter geht.

Besonders gut sieht es im Export aus, wie von Emmentaler kürzlich präsentierte Zahlen aufzeigen. So stiegen die Verkäufe zwischen Januar und September dieses Jahres in den wichtigsten Auslandmärkten Italien, Deutschland und Frankreich allesamt an. Die Gesamtexporte legten um 2,7 Prozent auf 8276 Tonnen zu. Dies trotz des starken Frankens.

Das lässt bei der Sortenorganisation Emmentaler Switzerland die Hoffnung aufkommen, dass die Zeit der Abwärtsbewegung zu Ende geht. Das Geschäft sei sehr volatil, gerade wegen der Währungsschwankungen, warnte aber Stefan Gasser, Direktor von Emmentaler Switzerland am Medienanlass im Zürcher Hotel Florhof.

Die Nummer 2 der Schweizer Exportkäse hinter Gruyère AOP kämpft im Auslandmarkt seit Jahren mit einigen Problemen. So gilt Emmentaler vielerorts nicht als Herkunftsbezeichnung, sondern schlicht als Gattungsbezeichnung. Deshalb macht zum Beispiel in Deutschland der Allgäuer Emmentaler dem Schweizer Original Konkurrenz. Wobei die Schweizer nicht ganz unschuldig sind, waren es doch Emmentaler Käser, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts ins Allgäu ausgewandert waren und das Käserezept mitnahmen. «Der Markenschutz gehört seit jeher zu unseren Kernaufgaben», sagt Stefan Gasser. So erreichte die Sortenorganisation, dass im Juni 2017 Emmentaler AOP als erste geographische Marke eingetragen worden ist.

Punkten mit dem Urtyp

Im Export sind die Zahlen also erfreulich, im Inland hingegen gingen die Verkäufe zurück, wie Stefan Gasser, Direktor von Emmentaler Switzerland, am Medienanlass in Zürich erklärte. Zählt man zu den Zahlen den Schmelzkäse hinzu, kommt Emmentaler aber auch in der Schweiz ins Plus. Es ist allerdings nicht Schmelzkäse, mit dem Emmentaler punkten will, sondern mit dem neuen und kräftigen Urtyp. Der im Oktober lancierte Käse reift ungefähr 15 Monate, davon mindestens 7 Monate in einem speziellen Feuchtkeller. Dabei wird nicht nur seine Qualität getestet, sondern auch der Geschmack. Um diesen sicherzustellen, werden Sommeliers eingesetzt. Wenn der Geschmack nicht dem Gewünschten entspricht, wird der Käse nicht als Urtyp vermarktet, sondern als «gewöhnlicher» Emmentaler AOP.

Der Markenbotschafter liefert die Milch

Einen authentischeren Markenbotschafter als Emmentaler Switzerland ihn hat, kann es kaum geben: Schwingerkönig Matthias Sempach vertritt die Sorte seit längerem und seit Oktober produziert er selbst Milch für Emmentaler. Am Medienanlass zeigte sich denn auch, dass Sempach nicht einfach Markenbotschafter, sondern Milch- und Käseexperte ist. Anfang des Jahres übernahm er einen Hof in Entlebuch und lieferte zunächst die Milch an Emmi. Zufrieden war er damit nicht, wie er sagt: «Rund ein Fünftel meiner einwandfreien Milch wurde einfach als B-Milch zu einem tiefen Preis abgerechnet.» Nun liefert er die Milch seiner Holstein- und Brown-Swiss-Kühe an die Käserei Mosigen im benachbarten Ortsteil Ebnet, die Emmentaler AOP produziert.

 

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