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Knapp ein Drittel der Europäer isst jede Mahlzeit allein

Die grosse Mehrheit der Europäer findet zwar gemeinsame Familienessen wichtig - rund ein Drittel isst aber jede Mahlzeit alleine.

von pd/mos

Gemeinsame Mahlzeiten sind zwar vielen wichtig, im Alltag essen jedoch viele alleine. (Symbolbild Pixabay)

Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Marktforschers Mintel. Angeführt wird die Rangliste der einsamen Esser von den Polen (40 Prozent), gefolgt von den Briten (33 Prozent), den Deutschen (31 Prozent), den Franzosen (30 Prozent) und den Spaniern und Italienern (je 29 Prozent). Wie Mintel in einer Mitteilung schreibt, haben Mahlzeiten mit der Familie einen hohen Stellenwert. So finden etwa 84 Prozent der befragten Italiener gemeinsame Familienessen wichtig, bei den Polen sind es 79 Prozent und den Briten 75 Prozent.

«Immer hektischere Tagesabläufe resultieren in weniger Zeit für Dinge, die einem eigentlich wichtig sind, wie z.B. gemeinsame Mahlzeiten mit Freunden und Familien», erklärt Edward Bergen, Global Food & Drink Analyst bei Mintel. Nicht ganz unschuldig sei auch das Smartphone, das viele gegenüber der Gesellschaft anderer Menschen bevorzugten. Laut der Mintel-Studie brauchen 55 Prozent der Spanier ihr Telefon während den Mahlzeiten, am anderen Ende der Skala befinden sich die Briten (32 Prozent), Franzosen (23 Prozent) und Deutschen (21 Prozent). Bei den Jungen zwischen 16 und 24 Jahren liegen diese Werte deutlich höher. Hier führen ebenfalls die spanischen (76 Prozent) und die polnischen Verbraucher (72 Prozent) dieser Altersgruppe. Doch auch 67 Prozent der italienischen, 62 Prozent der britischen sowie über die Hälfte der französischen und deutschen Konsumenten dieser Altersgruppe (jeweils 52 Prozent) scheinen nicht von ihrem Mobiltelefon wegzukommen.

Chance für Lebensmittelhersteller

Die Fixierung aufs Handy könne Herstellern und Marken die Gelegenheit bieten, durch digitale Services an die Konsumenten heranzutreten, «um ihre Sinne wieder dafür zu schärfen, welche Lebensmittel und Getränke sie eigentlich zu sich nehmen», heisst es bei Mintel. «Mahlzeitenplanungs-Apps könnten beispielsweise dabei helfen, eine gesunde Auswahl an Lebensmitteln zu treffen und die eigenen Kochkünste auszufeilen», heisst es in der Mitteilung. Auch die Produktentwicklung müsse sich anpassen: «Nicht nur Geschmack, sondern auch spannende Texturen, Farben und Aromen können hierbei neue Reize setzen und sollten nicht vernachlässigt werden.»