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Januar: Allgemeine Mässigung ist gefragt

von Hans Peter Schneider

Ausschweifende Gelage und zu viel Alkohol – das dürfte es über die Festtage in vielen Haushalten gegeben haben. Die Ernüchterung folgt jeweils im Januar: Der strapazierte Magen, das Portemonnaie und das schlechte Klima-Gewissen sollen durch eine etwas enthalt­samere Verhaltensweise geschont werden. Klatschmagazine schlagen seitenweise Diäten für die Zeit nach den Festtagen vor. Und Coop ruft in der «Coopzeitung» mit der Aktion «Veganuary» die verunsicherten und mit Vorsätzen beladenen Konsumenten dazu auf, zu Veganern zu werden – zumindest für einen Monat.

Ob sich diese Diät gut aufs Klima oder auf die Figur auswirkt? Schonend fürs Portemonnaie ist sie auf jeden Fall nicht, wie der Blick aufs «Veganuary»-Sortiment zeigt. Zum Beispiel ist die in Belgien aus Soja, Mandeln, Hafer usw. hergestellte Ersatzmilch Alpro für 3 Franken pro Liter zu haben (da wirkt sich der viel diskutierte Preisaufschlag im Regal von 5 Rappen bei der «konventionellen» Milch lachhaft aus). Eine andere «Diät» kommt aus der Küche von Werner Siegenthaler. Warum könnten nicht mehr «Metzgerstückli», Innereien oder gar mit Tierblut hergestellte Speisen auf den Teller kommen?, fragt der Proviande-Mann. Mässigung will auch CVP-Politiker Alois Gmür. Und zwar in der Politik, wo wieder mehr Konsens herrschen soll, aber in Sachen Umwelt dennoch Taten gefragt sind