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Transport und Logistik ja – aber klimafreundlich

Die Lean & Green-Initiative ist ein pragmatischer Ansatz, wie Unternehmen gleichzeitig Treibhausgas-Emissionen senken und interne Prozesse effizienter gestalten können – partnerschaftlich und innovativ.

von Manuel Fischer

Die Teilnehmer der Initiative Lean & Green verpflichten sich, freiwillig in Transport und Logistik CO2 einzusparen.

Unter «Lean & Green-Management» versteht man im Allgemeinen ein Konzept, das Effizienzsteigerungen in den Wertschöpfungsprozessen von Unternehmen mit Umwelt- und Nachhaltigkeitsaspekten verbindet. Im Fokus der Lean-Management-Methodik steht das Vermeiden oder Minimieren von «Verschwendung», also nicht-wertschöpfender Tätigkeiten. Arbeitsprozesse sollen – bei gleichzeitig geringerem Ressourceneinsatz an Material und Zeit – schrittweise effizienter gestaltet werden. Die Idee: Herausforderungen hinsichtlich Umwelt- und Rohstoffeffizienz lassen sich mit demselben Managementansatz anpacken.

Klimapolitisch geforderte Logistik

«Lean & Green» spricht insbesondere die Logistik an. Die 2008 in den Niederlanden im Auftrag der Regierung ins Leben gerufene Lean & Green-Initiative richtet sich an Unternehmen, die ihre umweltbelastenden Emissionen aus Transport und Logistik bereits reduzieren oder dies noch tun möchten. Das primäre Ziel der Not-for-Profit-Initiative: Unternehmen sollen in einem ersten Schritt die relativen Treibhausgas-Emissionen in ihren Logistikprozessen innerhalb von fünf Jahren um mindestens 20 Prozent reduzieren. Die Ausarbeitung eines Massnahmenplans bleibt der innerbetrieblichen Kreativität überlassen.

Auch in der Schweiz aktiv

Inzwischen hat sich die Initiative zu einem europäischen Netzwerk «Lean & Green Europe» mit über 500 Unternehmen in 12 Ländern weiterentwickelt. Hierzulande ist GS1 Switzerland der Koordinator dieser Initiative. Aktive Mitglieder sind Lidl Schweiz, die Coop Genossenschaft, die Spar Handels AG, die Schweizerische Post sowie die Logistikdienstleister Krummen Kerzers AG und Zingg Transporte AG. Sie alle haben sich mit konkreten Aktionsplänen dazu verpflichtet, ihren CO2-Fussabdruck massiv zu reduzieren und deshalb den Lean & Green-Award erhalten.

Weil Lidl Schweiz die Ziele des Aktionsplan bereits innerhalb von drei Jahren realisieren konnte, hat der Discounter im Juni 2019 als erstes Unternehmen in der Schweiz bereits die nächste Stufe im Programm erreicht, nämlich den Lean & Green 1st Star (siehe Box). Insgesamt fünf Stufen bis zum Erreichen der Pariser Klimaziele können erreicht werden.

Die Wertschöpfungskette denkt mit

Die durch GS1 Switzerland moderierte Lean & Green-Plattform ist für die teilnehmenden Firmen in zweifacher Hinsicht sinnvoll. Zum einen können sie so die Anstrengungen gegenüber der Öffentlichkeit transparent machen und andererseits auch vom intensiven Erfahrungsaustausch profitieren. Jonas Batt, Manager der Initiative Lean & Green Switzerland bei GS1 Switzerland: «Lean & Green steht nicht nur für individuelle Zielsetzungen, sondern im grösseren Zusammenhang für effizientere Supply Chains mit besserer Zusammenarbeit und weniger Emissionen – mit positiven Effekten für alle Beteiligten.» Weitere Informationen zur Initiative Lean & Green und zu den Aktionsplänen der Teilnehmer finden Sie unter www.gs1.ch/leanandgreen.