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Schweizer Zucker AG kritisiert Rundschau-Beitrag

Die Rundschau des Schweizer Fernsehens SRF hatte letzte Woche die Subventionen für die Schweizer Zuckerrübenproduzenten beleuchtet und daran Kritik geübt. Die Schweizer Zucker AG spricht von tendenziöser Berichterstattung.

von lid/mos

Red Bull soll laut Rundschau massiv von den Schweizer Zuckersubventionen profitieren. (Symbolbild Pixabay)

Der Rundschau-Beitrag stelle Zucker als grossen Subventionsempfänger und die Industrie als Profiteur dar, heisst es in einer Medienmitteilung der Schweizer Zucker AG (SZU). Diese Darstellung sei aus Sicht der SZU tendenziös, weil wichtige Themen wie die Versorgungssicherheit ausgeklammert oder nur am Rande behandelt worden seien.

Zucker gehöre zu den Grundnahrungsmitteln und sei in vielen Produkten des täglichen Bedarfes zentraler Rezeptbestandteil. Seit dem Ausbruch der Corona-Krise in der Schweiz liefere die SZU ein Mehrfaches höhere Zuckermengen an den Detailhandel und teilweise an die Industrie, um die Versorgung kurzfristig zu sichern.

Es sei allgemein bekannt, dass die Schweizer Landwirtschaft Unterstützungsbeiträge bekomme und dadurch die Industrie und die Konsumenten entsprechend günstigere Rohmaterialen erhielten, heisst es weiter. Dies gelte nicht nur für Zucker, sondern für praktisch alle landwirtschaftlichen Produkte. Die Industrie und der Konsument profitierten also indirekt von diesen Subventionen. Dies sei aus Sicht der Schweizer Zucker AG weit weniger störend als die Aussicht auf eine gefährdete Nahrungsmittelproduktion in der Schweiz.

Red Bull als grösster Zuckerkäufer

Die Rundschau hatte in ihrem Beitrag insbesondere kritisiert, dass Red Bull einer der grossen Profiteure der Beiträge sei. Der österreichische Getränkeriese ist der grösste Abnehmer von Schweizer Zu­­cker und kauft rund einen Vier­tel der heimischen Zuckerproduktion. In Widnau (SG) lässt der Konzern jährlich drei Milliarden Dosen seines Energy Drinks abfüllen. Laut der Rundschau profitieren Red Bull und die anderen grossen Zuckerabnehmer (Coop, Migros, Schoggiindustrie) indirekt von den Bundessubventionen für Zuckerrübenpflanzer. 36 Millionen Franken Subventionen erhalten die Bauern jährlich. «Wenn Subventionen an Bauern gezahlt werden, wird ein geringerer Preis bezahlt. So gehen Subventionen indirekt an die Nachfrager», erklärte Ökonomieprofessor Mathias Binswanger in der Sendung. Der Profit von Red Bull dürfte laut Rundschau geschätzt 5 bis 10 Millionen betragen. Red Bull weist diese Schätzung als viel zu hoch zurück.