Datum: Branche:

Übernimmt Fenaco die angeschlagene Provins?

Das finanziell angeschlagene Walliser Weinhaus Provins hat wichtige Kredite von den Banken bekommen - und soll bald einen neuen Besitzer haben.

von mos

Die Provins, die grösste Winzergenossenschaft der Schweiz, soll gleich zwei Übernahmeangebote auf dem Tisch haben, das schreibt der «Walliser Bote» in seiner Ausgabe vom Dienstag unter Berufung auf einen Artikel von «Le Nouvelliste». Demnach möchten sowohl Rouvinez, hinter Provins der zweitgrösste Akteur auf dem Walliser Weinmarkt, sowie der Agrargenossenschaft Fenaco das angeschlagene Unternehmen übernehmen. Dem Vernehmen nach sei das Angebot der Fenaco für die Provins-Verantwortlichen attraktiver, schreibt der Walliser Bote. Wohl noch diese Woche soll Provins kommunizieren, wer den Zuschlag erhalte.

Bereits vor zwei Wochen wurde laut der Zeitung bekannt, dass sich Provins mit den Banken habe einigen können. Diese gewährten dem Unternehmen kurzfristige Kredite, sodass ausstehende Zahlungen für die Ernten beglichen werden können.

Hohe Schulden aufgehäuft

Der Walliser Weinhersteller und Weinhändler Provins befindet sich in finanzieller Schieflage. Laut dem «Walliser Boten» hatte die Firma per Ende 2019 Schulden von 52 Millionen Franken. Im Herbst 2019 rüttelte Provins am bisherigen Bezahlungsmodell und wollte den 3200 Genossenschaftern einen Teil der Restzahlung nicht bezahlen und auch den Preis für die Ernte 2019 erst nach der Ernte festlegen. Im Dezember versuchte die Provins-Führung an der Generalversammlung, die Abnahmepflicht abzuschaffen, scheiterte aber am Widerstand der Genossenschafter.

Die Winzergenossenschaft Provins verarbeitet ein Zehntel der schweizerischen Trauben zu Wein bzw. ein Fünftel aller Weintrauben des Kantons Wallis.