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Corona-Krise betrifft gewerbliche Käser bisher wenig

Im Gegensatz zu anderen Branchen sind die gewerblichen Käser in der Schweiz bisher nicht stark von der Corona-Krise betroffen. Die Absätze im Detailhandel sind einigermassen stabil.

von wy

Die gewerblichen Käser sind bisher von der Corona-Krise wenig betroffen. „Die Käseproduktion läuft normal“, sagt Hans Aschwanden, der Präsident des Käserverbandes Fromarte. Mit der Schliessung der Gastronomiestätten seien zwar für einzelne Käsereien gewisse Absatzmengen weggefallen, auch der Verzicht auf Aktionen im Detailhandel werde zu Minderverkäufen führen. Aber insgesamt sei das nicht gravierend, im Detailhandel werde der Schweizer Käse gut nachgefragt. Positiv wirke sich auch aus, dass der Einkaufstourismus durch die geschlossenen Grenzen ganz zum Erliegen gekommen sei. Mittelfristig kann sich Aschwanden vorstellen, dass die Kauftkraft der Schweizerinnen und Schweizer etwas sinken und der Käsekonsum möglicherweise leiden könnte. Bei den Exporten seien Prognosen ohnehin schwierig.

„Die Warenflüsse funktionieren gut“, sagt Aschwanden, natürlich werde darauf geachtet, dass kein Kontakt zu den Lastwagenchauffeuren bestehe. Aschwanden führt die Bergkäserei in urnerischen Seelisberg und führt auch einen Online-Shop. Über diesen verkauft er im Moment viel mehr als normalerweise, wie er sagt.

Die gewerblichen Käser würden die von den Behörden geforderten Massnahmen ohne Probleme in der Produktion umsetzen, sagt Aschwanden. Fromarte habe zuhanden der Käser darüber hinaus ein praxisbezogenes Merkblatt mit konkreten Tips für die tägliche Arbeit erstellt. Die Einhaltung der Mindestabstände sei wohl in den Käsereien grundsätzlich möglich. In der eigenen Käserei habe er jetzt die Kaffepausen von Produktions- und Verkaufsteams getrennt, und bei der Käsepflege würden jetzt immer die gleichen Personen zusammenarbeiten, sagt Aschwanden.