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Valora führt Kurzarbeit ein und streicht Dividende

Kurzarbeit, Investitionen zurückgestellt, keine Dividende: Der Kioskkonzern Valora reagiert auf die deutlichen Umsatzeinbussen wegen der Coronakrise.

von sda/mos

Valora kann zwar 80 Prozent seiner Läden offen halten - weil die Kunden wegbleiben, gehen die Umsätze aber zurück. (Bild Valora/zvg)

K-Kiosk, Avec, Bretzelkönig, Caffè Spettacolo: Die Valora-Gruppe betreibt Foodvenience-Retailformate an Hochfrequenzstandorten wie Bahnhöfen. Auch der Konzern bekommt die Coronakrise deutlich zu spüren. Als Folge der behördlichen Anordnungen sei es zu Frequenzverlusten und Schliessungen von Verkaufsstellen gekommen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit. Im Rahmen der Grundversorgung könne Valora vorerst über 80 Prozent der Verkaufsstellen offen halten, allerdings nicht in Österreich und den Niederlanden.

Die damit verbundenen Umsatzeinbussen seien «deutlich». Bisher habe das Retailnetzwerk im März im Vorjahresvergleich ein Umsatzminus von rund 10 Prozent verzeichnet, im Food-Service-Netzwerk sind es gar cirka 30 Prozent weniger. Das B2B-Geschäft mit Laugenbackwaren hält sich mit Umsätzen nur leicht unter Vorjahr etwas besser, aber auch dieses Geschäft ist abhängig von der weiteren Entwicklung des Ausserhaus-Markts.

Mit den verschärften Anordnungen der letzten Tage habe sich der Umsatzverlust der noch offenen Verkaufsstellen insbesondere im Food Service weiter akzentuiert, so Valora weiter. Es sei deshalb für die kommenden Wochen über das ganze Netzwerk mit nochmals deutlich weniger Verkäufen zu rechnen.

Valora wendet sich an Bund und Kantone

Valora führt deshalb Kurzarbeit ein, welche für einen grossen Teil der Mitarbeitenden in der Verwaltung sowie für Mitarbeitende in Produktion und Logistik gilt. Darüber hinaus sollen für die Gruppe und die Mitarbeitenden sämtliche zur Verfügung stehenden Unterstützungsleistungen der Regierungen in Anspruch genommen werden.

Die Lohndifferenzen für die betroffenen Mitarbeiter sollen «vorerst bis Ende April» übernommen werden. Das heisst, dass für den Monat März alle Mitarbeitern, unabhängig davon, ob sie bereits Kurzarbeit leisten, den vollen Lohn erhalten und auch für den April die Lohneinbussen aufgrund der Kurzarbeit ausgeglichen werden. Mit den Agentur- und Franchisepartnern sucht Valora zudem nach Lösungen, «um die wirtschaftliche Tragbarkeit auch für die selbständigen Unternehmer und deren Mitarbeitende sicherzustellen».

Der Fokus gilt also der Reduktion der Kostenbasis. Mit den wichtigsten Vermietern sei dazu bereits eine Stundung der Mietzahlungen vereinbart worden. Gleichzeitig werden Investitionen zurückgestellt. Das gilt für sämtliche Expansionsprojekte und Umbauten, etwa auch für die in den SBB-Ausschreibungen gewonnenen Verkaufsstellen. In diesem Zusammenhang ist auch der Vorschlag zu sehen, auf die Ausschüttung für das Geschäftsjahr 2019 zu verzichten.

Keine rasche Erholung erwartet

Valora rechnet nicht mit einer raschen Besserung der Situation. Die Dynamik der Entwicklungen im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Coronavirus sei «gewaltig» und beeinflusse den Geschäftsgang «deutlich», heisst es. Aufgrund von weiteren behördlichen Restriktionen sowie Krankheitsfällen werden zudem weitere Schliessungen und Kürzungen der Öffnungszeiten erwartet. Im Rahmen der Grundversorgung können derzeit aber immerhin noch über 80 Prozent der Verkaufsstellen offen gehalten werden, wobei dies nicht für Österreich und die Niederlande gilt.

Insgesamt rechnet Valora trotz des guten Starts ins Jahr bis Ende Februar sowohl für das Halbjahr wie auch für das gesamte Jahr 2020 mit einem deutlich negativen Effekt auf den EBIT und den Reingewinn. Beim freien Cashflow können die negativen Effekte mit Investitionsstopps teilweise aufgefangen werden, sodass nur eine leicht steigende Nettoverschuldung zu erwarten ist.

Vorsicht bleibt aber Trumpf: «Wir stellen uns auf einen Prozess ein, der uns nicht nur in den nächsten Wochen, sondern über das gesamte Jahr 2020 fordern wird», lässt sich in der Mitteilung CEO Michael Mueller zitieren.