Datum: Branche:

Coop leidet unter der Corona-Krise

Trotz Hamsterkäufen trifft die Coronavirus-Krise laut der «SonntagsZeitung» den Schweizer Detailhändler Coop stark.

von sda/mos

Coop-CEO Joos Sutter. (Bild Coop/zvg)

«Wir haben ein Drittel weniger Kunden in den Supermärkten. So tiefe Frequenzzahlen habe ich in meinem ganzen Leben noch nicht gesehen.», sagte Coop-Chef Joos Sutter im Interview mit der «SonntagsZeitung». Und obwohl diese mehr einkauften, leide die Coop-Gruppe auch unter der Krise.

«Die Coronakrise wird sich für Coop negativ auswirken. Niemand musste so viele Läden schliessen wie wir», sagte Sutter weiter. Man habe über 1000 der Non-Food-Läden schliessen müssen. Dadurch seien rund 13’000 Mitarbeitende von einem auf den anderen Tag ohne Arbeit gewesen. So etwa bei Fust, Interdiscount, Bau + Hobby oder Bodyshop. Coop habe sofort damit angefangen, diese Mitarbeitenden in anderen Bereichen einzusetzen.

Transgourmet mit Umsatzeinbussen

Beim Grosshandelsunternehmen Transgourmet würden die Umsätze einbrechen, sagte Sutter weiter. Denn nicht nur das Non-Food-Geschäft sei geschlossen, auch die Gastronomie sei zu. «So fallen für Transgourmet auch dort die Belieferungen weg.» Die höheren Umsätze im Detailhandel würden diese Verluste nicht wettmachen. Dazu müsste Coop in den Supermärkten hohe Gewinne machen, sagte Sutter. «Das ist aber nicht der Fall, denn wir halten das Personal nicht knapp, sondern setzen es ein, um die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Supermarkt zu entlasten.» Das koste. Coop werde von der Krise nicht profitieren, stellte Sutter klar. «Wer nur Lebensmittel hat, würde jetzt profitieren. Nicht aber, wer so diversifiziert ist wie wir.»

Neues Online-Angebot soll Entlastung bringen

Einen Boom erlebt derzeit der Online-Lebensmittelshop Coop@home. «Der Umsatz bei Coop@home hat sich gerade verdoppelt, könnte sich aber auch verfünffachen, wenn wir die Kapazitäten hätten.» Um den Shop zu entlasten, will Coop diese Woche nebem dem regulären Sortiment mit 11’000 Artikeln ein neues Online-Angebot lancieren. Dort sollen nur 100 Artikel erhältlich sein, diese sollen aber innerhalb weniger Tage geliefert werden, erklärte Sutter. «Nur wenn wir die Artikelzahl reduzieren, können wir unsere Kapazitäten steigern.»

Für dieses neue Angebot hat Coop zwei Lagerhallen in Betrieb genommen, wo diese 100 Artikeln in grossen Mengen gelagert werden. Ausserdem setze Coop 300 Leute ein, die nur diese Artikel kommissionierten. «Das Ziel ist es, ein Mehrfaches der Coop@home-Bestellungen über diese 100 Produkte abzuwickeln.»