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Frankreich: Absatzeinbruch bei AOP-Käse

Angesichts drastischer Umsatzrückgänge bei Käse mit geschützter Ursprungsbezeichnung appellieren die Hersteller an das Verantwortungsbewusstsein der Händler und fordern staatliche Beihilfen.

In Frankreich sind Hersteller von AOP-Käsen mit drastischen Umsatzeinbussen von 25 bis 80 Prozent konfrontiert. Nach der Schliessung von Restaurants und Märkten setzten die Hersteller ihre Hoffnungen vor allem in den Detailhandel, allerdings vergeblich, wie das Newsportal process alimentaire schreibt.  Detailhändler und Kunden hätten sich auf notwendige Lebensmittel konzentriert, dazu werde der Käse offenbar nicht gezählt. “Wir sind mit einseitigen Entscheidungen bestimmter Händler konfrontiert, die brutal Bestellungen stoppen, weil sie der Meinung sind, dass Qualitätsprodukte keine Priorität haben. Das ist unglaublich und skandalös”, wird Dominique Chambon, ein Landwirt von vom Syndicat des producteurs Rocamadour, zitiert.

Der Conseil National des Appellations d’Origine Laitières Cnaol ruft deshalb die Französinnen und Franzosen dazu auf, AOP-Käse zu essen und die Essgewohnheiten zu normalisieren. “Inzwischen können unsere Milchunternehmen und Landwirte ihre Produkte nicht mehr verkaufen”, wird Cnaol-Präsident Michel Lacoste zitiert. “Wir fordern die öffentlichen Behörden zu Notmassnahmen auf.” Die Regierung müsse Hilfe leisten für die Lagerung von Käse, für den Absatz von Überschüssen und die Regulierung der Milchmengen. Die Landwirte wurden bereits dazu aufgefordert, die Milchproduktion so weit wie möglich zu reduzieren. Aber auch hier sei Hilfe nötig, weil die Milch rasch gesammelt und verarbeitet werden müsse, wird Lacoste zitiert.