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30 von 32 überprüften CBD-Produkten beanstandet

Produkte mit Cannabidiol - kurz CBD - boomen. Das St. Galler Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen hat bei Stichproben 30 der 32 untersuchten Proben beanstandet und vor gesundheitlichen Risiken gewarnt. Die Mehrheit der Produkte enthielt nicht bewilligte neuartige CBD-haltige Hanfextrakte mit teilweise sehr hohen THC-Gehalten.

von sda

Die untersuchten CBD-Produkte enthielten zum Teil viel zu viel THC. (Symbolbild Pixabay)
Das Amt für Verbraucherschutz und Veterinärwesen hat im Kanton St. Gallen 32 CBD-Produkte – vor allem Lebensmittel – auf deren Inhalt und Kennzeichnung getestet. Der THC-Gehalt überschritt bei 14 Proben die zulässigen Mengen zum Teil um ein Vielfaches. Bei 16 Produkten entsprach die Kennzeichnung nicht den gesetzlichen Vorgaben.

So überschritt die Probe eines Speiseöls mit einem THC-Gehalt von 5977 Milligramm pro Kilogramm (mg/kg) den Höchstwert der psychoaktiven Substanz THC für Hanfsamenöl von 20 mg/kg um fast das 300-fache. Oder eine untersuchte CBD-Brausetablette enthielt neben einem nicht bewilligten Hanfextrakt auch noch das Schlafhormon Melatonin. Melatonin habe in Lebensmitteln nichts zu suchen und es sei nur als Arzneimittel zugelassen.

Hanfprodukte aus Bestandteilen von traditionellem Hanf wie Teigwaren und Tees wiesen dagegen geringe THC-Gehalte auf und die Vorgaben – ausser an die Kennzeichnung – wurden mehrheitlich eingehalten.

Die Hersteller und Vertreiber dieser Produkte handelten gemäss Kantonschemiker Pius Kölbener teilweise unverantwortlich. Ob dies vorsätzlich geschehe, sei unklar. Bei Beanstandungen müssen die Händler den Untersuchungsaufwand des Amtes bezahlen. Eine Analyse kostet rund 400 Franken. Gemäss Lebensmittelgesetz sind die Betriebe verpflichtet, ihre Produkte im Rahmen der Selbstkontrolle zu überprüfen.