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Der Gruyère AOP trotzt der Coronakrise

30'755 Tonnen Gruyère AOP wurden letztes Jahr produziert, ein Rekord. Und die Verkäufe laufen bisher gut - trotz Coronakrise.

von mos

Bis Ende März waren die Exporte des Gruyère AOP «exzellent». (Bild zvg)

30’755 Tonnen produziert, 30’357 Tonnen verkauft: 2019 war ein Rekordjahr für den Gruyère AOP. Und bislang scheint der Käse auch der Coronakrise zu trotzen, wie Philippe Bardet, Präsident der Sortenorganisation Gruyère AOP, im Interview mit der Freiburger Zeitung «La Liberté» vom Mittwoch sagte.

In der Schweiz sei der Verkauf gut, und die Exporte seien bis Ende März «exzellent» gewesen, vor allem in die USA, so Bardet. Dazu beigetragen habe sicher auch, dass auf den 1. April beim Gruyère AOP eine Preiserhöhung in Kraft getreten sei. «Einige Kunden haben sich sicher beeilt, noch vor dieser Preiserhöhung einzukaufen», sagte Bardet der Zeitung.

Für den April rechnet Bardet aber mit einem Rückgang der Exporte. Auf dem französischen Markt dürfte der Gruyère AOP etwa die Konkurrenz des Comté zu spüren bekommen, der wegen der grossen Lagerbestände sicher mit Aktionen verkauft werde.

Fonduesaison vorbei

Die Schliessung der Gastrobetriebe in der Schweiz habe im Grossen und Ganzen wenig Auswirkungen auf den Gruyère AOP, sagte Bardet. Der Grund: Der Lockdown vom 16. März sei mehr oder weniger mit dem Ende der Fonduesaison zusammengefallen. Wäre der Lockdown im November erfolgt, hätte der Gruyère das sicher stärker zu spüren bekommen. Das zeige auch, dass der Gruyère in der Gastronomie leider weniger verwendet werden, als man meinen könnte. Einige lokale Käsereien hätten durch den Wegfall des Gastrokanals aber sicher weniger verkaufen können, sagte Bardet weiter.