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Bund unterstützt Schweizer Weinwirtschaft mit 10 Millionen Franken

Der Bundesrat hat wegen der Covid-19-Pandemie beschlossen, die Schweizer Weinwirtschaft zu unterstützen – mit Deklassierungen und Senkungen von kantonalen Höchsterträgen.

von lid/mos

Der Bundesrat unterstützt die wegen der Covid-19-Pandemie angeschlagene Schweizer Weinwirtschaft. (Pixabay)

Der Bundesrat hat die Verordnung über die ausserordentliche finanzielle Unterstützung der Deklassierung von AOC-Wein zu Tafelwein verabschiedet, heisst es in einer Mitteilung. Dies wegen der starken Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die Weinwirtschaft. Die Verordnung tritt am 1. Juni 2020 in Kraft. Die gewährte Finanzhilfe stelle eine Marktentlastungsmassnahme dar und stütze sich auf zwei Säulen: die Deklassierung von AOC-Wein zu Tafelwein und die Senkung der von den Kantonen festgelegten Höchsterträge für die Weinernte 2020. Für jeden Liter deklassierten AOC-Wein werde ein Bundesbeitrag von maximal 2 CHF gewährt.

Der zu Tafelwein geklassierte AOC-Wein soll hauptsächlich in der Nahrungsmittelindustrie Verwendung finden,

Die zusätzliche finanzielle Unterstützung des Bundes beläuft sich auf insgesamt 10 Mio. CHF. Sie wird proportional zur Rebfläche der Kantone aufgeteilt, um gleiche Voraussetzungen für alle Schweizer Weinbetriebe zu schaffen, meldet der Bundesrat. Sobald die Finanzhilfe des Bundes ausgeschöpft sei, könnten die Kantone diese weiterführen. Die Bundeshilfe zur Entlastung des Marktes ergänze die finanzielle Unterstützung, die der Bund für die Absatzförderung des Schweizer Weins durch die Branche bereits zur Verfügung stelle.

Schon seit 2019 schwierige Situation

Seit der Schliessung der Restaurants und dem Veranstaltungsverbot, die der Bundesrat am 16. März beschlossen hat, ist der Weinabsatz in der Schweiz eingebrochen. Zudem befand sich der Markt für Schweizer Wein bereits Ende 2019 aufgrund grosser Lagerbestände in einer schwierigen Situation. Im letzten Jahr hat der Konsum von Schweizer Wein zwar im zweiten Jahr in Folge zugenommen, aber er konnte den Markt nach der ertragreichen Ernte 2018 nicht wieder ins Gleichgewicht bringen, wie es in der Mitteilung heisst.