Datum: Branche:

Corona-Knick bei den Käseexporten

Corona hat die Schweizer Käseexporte im April zum Teil massiv einbrechen lassen. Weil die Exportmärkte noch weit von der Normalität entfernt seien, zeigt sich Switzerland Cheese Marketing wenig optimistisch.

von mos

Auch vom Gruyère AOP wurde im April weniger ins Ausland verkauft als im Vorjahresmonat. (Bild Schweizer Käse/zvg)

Im April 2020 hat die Schweiz 5158 Tonnen Käse exportiert, das sind 13,4 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, wie aus den aktuellen Zahlen der TSM Treuhand hervorgeht. Vom Rückgang betroffen sind alle Kategorien, mit Ausnahmen des Schmelzkäses (+37,2%) und des Fertigfondues (+67%), die im Vergleich zum Vorjahresmonat zulegten (siehe «Mehr zum Thema»).

Neben Corona habe sicher auch die Preiserhöhung bei wichtigen Sorten auf den 1. April zum Rückgang geführt, sagt Martin Spahr, Marketingchef bei Switzerland Cheese Marketing (SCM). Während alle AOP-Käse einen Einbruch erlitten – z.B. Emmentaler (-9,5%), Gruyère (-16,2%), Sbrinz (-49%), Tête de Moine (-66%) – legte die Exportmenge von Switzerland Swiss im Vergleich zum Vorjahresmonat um 50 Prozent auf 520 Tonnen zu. «Das kann sicher teilweise damit erklärt werden, dass es sich dabei um ein günstigeres Substitut zum Original Schweizer Emmentaler AOP handelt», so Martin Spahr.

Betrachtet man die Zeit vom Januar bis April 2020, so hat die Exportmenge mit 23’889 Tonnen um 0,8 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode zwar leicht zugenommen. Trotzdem erachtet die SCM das Halten der Exportmenge in diesem Jahr als «ambitiöses Ziel». So seien etwa Aktivitäten in den Verkaufsstellen weltweit unverändert eingeschränkt oder ganz verboten. In vielen Ländern werde ausserdem, der einheimische Konsum stark propagiert («Manger local»), sagt Martin Spahr. «Diese Entwicklung wird den Konsum von Schweizer Käse im Ausland hemmen.»