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Süsswaren-Boom in Deutschland, Probleme im Export

Deutsche Süsswarenhersteller können im Inland so viel verkaufen wie nie. Teurere Spezialitäten dagegen laufen schlecht, auch das Exportgeschäft geht teilweise zurück.

von wy/lz-net

Zwischen Januar und April 2020 gaben deutsche Konsumenten rund sieben Prozent mehr für Süsswaren aus als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Dies zeigen Marktforschungsdaten laut LZ-net. Davon profitierten praktisch alle grossen Hersteller – insbesondere aber einige Produzenten von salzigen Snacks und süsser Backware: Für die Produkte der Chips-Anbieter Intersnack und Lorenz ermittelten Marktforscher Umsatzzuwächse von fast 20 Prozent. Mit Artikeln des Keksherstellers Bahlsen setzten Händler den Daten zufolge sogar rund ein Viertel mehr um als noch ein Jahr zuvor. Mit rund 13 Prozent Umsatzzuwachs gehörte abermals auch der Knoppers-Produzent Storck zu den erfolgreichsten Unternehmen der Branche.

Gleichzeitig führen Sorgen um die wirtschaftliche Zukunft und teilweise Schliessung von Fachgeschäften dafür, dass Konsumenten weniger hochpreisige Spezialitäten kaufen. Der Effekt zeigt sich besonders in Osteuropa, wo deutsche Süssigkeiten häufig ein Luxusgut sind und kaum mehr gekauft werden.

73 Prozent der Hersteller schätzten ihre Aussichten heute schlechter ein als im Vorjahr, wie der Süsswarenverband BDSI kürzlich unter Berufung auf eine eigene Umfrage erklärte.