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Benedikt Würth ist neuer AOP-IGP-Präsident

Der St. Galler CVP-Ständerat Benedikt Würth ist der neue Präsident der Schweizerischen Vereinigung der AOP-IGP. Er folgt auf Géraldine Savary.

von wy

Alain Farine, Géraldine Savary und Benedikt Würth.

Die Mitgliederversammlung der Schweizerischen Vereinigung AOP-IGP wählte am 12. Juni in Bern Benedikt Würth als neuen Präsidenten. Würth ist St. Galler CVP-Ständerat und war St. Galler Finanzdirektor. Er kenne aus seinen früheren Tätigkeiten die Welt der herkunftsgeschützten Produkte schon etwas und freue sich auf die Aufgabe, sagte Würth. «Ich werde selbstverständlich nicht nur der Vertreter der St. Galler Bratwurst sein, sondern aller AOP-IGP-Produkte.»

Savary wurde an der Generalversammlung vom 12. Juni in Bern nach acht Jahren als Präsidentin würdig verabschiedet. «Als ich als Präsidentin begonnen habe, hatte ich von der Herstellung von Käse und Würsten nicht viel Ahnung», sagte sie. Sie habe aber rasch sehr viel gelernt und sich mit voller Kraft für die AOP- und IGP-Produkte eingesetzt. Auch wenn sie nun aufhöre, seien mit Beat Rieder als Präsident beim Walliser Trockenfleisch, Peter Hegglin als Präsidentin des Sbinz AOP und Benedikt Würth als Präsident der Vereinigung die AOP- und IGP-Produkte im Ständerat gut vertreten. Die Vereinigung wuchs unter dem Vorsitz von Géraldine Savary von 24 auf 34 Mitglieder.

Direktor Alain Farine zog eine insgesamt positive Bilanz über das Geschäftsjahr 2019. Das Produktionsvolumen der AOP-IGP-Mitglieder stieg im letzten Jahr um 2,3 Prozent, der Preis der Produkte konnte bei mehreren AOP-Käsesortenorganisationen erhöht werden, wie er sagte. Der ingesamt positive Trend werde nun durch die Corona-Krise beeinträchtigt, dieser Effekt sei aber schwierig einzuschätzen.

In den nächsten Tagen soll die Registrierung des Nussöls Huile de noix vaudoise als 23. AOP-Produkt erfolgen. Beim Absinte du Val-de-Travers liegt der Fall noch vor dem Bundesverwaltungsgericht, weil lokale Produzenten Rekurs eingereicht hatten. Ferner wurde im 2019 der Formaggio d’alpe ticinese AOP neues Mitglied der AOP-IGP-Vereinigung.

Im Streit mit dem Bundesamt für Landwirtschaft um den Unterstützungsbeitrag für die Absatzförderung 2019 habe das Bundesverwaltungsgericht den Rekurs der AOP-Vereinigung verworfen, sagte Savary. Das BVG habe die Fachkenntnisse der Verwaltung anerkannt, welche die Vereinigung angefochten hatte. Der Vorstand habe diesen Entscheid zur Kenntnis genommen und entschieden, das Urteil nicht weiterzuziehen. Trotzdem erwarte man, dass die festgestellten Lücken und Ungereimtheiten in der nächsten Marktanalyse des BLW entsprechend angepasst würden.

Als Erfolg verbucht die Vereinigung, dass die Motion über die privaten Kontrollbeauftragten im Ständerat und im Nationalrat gutgeheissen wurde. Damit sollen Betrugsfälle besser aufgedeckt werden können. Hier liege der Ball für die Umsetzung in der Gesetzgebung nun beim Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV.

Im Marketing verbuchte die AOP-IGP-Vereinigung im 2019 weniger Promotionstage, weil verschiedene Messen nicht mehr durchgeführt wurden. Die Werbekontakte durch Werbung in Fernsehen und Presse stiegen um 15 Prozent auf 34’884’239 Kontakte. In Publikumswettbewerben konnnten knapp 40 000 Personen erreicht werden.

Für 2020 bis 2024 plant die Vereinigung eine neue Absatzförderungsstrategie. Dabei wolle man sich noch mehr auf die Deutschschweiz fokussieren, sagte Farine. Die Schweizer Herkunft und der hervorragende Geschmack würden hier im Zentrum stehen. Mit dem Slogan «Echt schweizerisch. 100 % mein Geschmack» und mit auffälligen und humoristischen Sujets im Stil einer Abstimmungskampagne will die Vereinigung beim Publikum punkten. Wie man das Marketingbudget 2020, umsetze, sei derzeit noch nicht ganz klar, sagte Farine, weil bei manchen Anläsen im Herbst noch nicht bekannt sei, ob sie stattfänden oder nicht.