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Deutschlands Warenhauskette Karstadt schliesst jede dritte Filiale

Jetzt ist es offiziell: Bei Deutschlands letzter grosser Warenhauskette Galeria Karstadt-Kaufhof sollen 62 der 172 Filialen und zwei Schnäppchencenter dicht gemacht werden. Welche Filialen es trifft, sollen die Mitarbeiter noch heute erfahren.

von sda

(Bild: zVg)

Die Schliessung von mehr als einem Drittel der Filialen ist nach Einschätzung der Unternehmensführung der einzige Weg, um das Unternehmen zu retten. “Wir wissen, was dies für die betroffenen Mitarbeiter bedeutet. Aber dieser Schritt ist ohne Alternative, weil diese Filialen den Gesamtbestand des Unternehmens gefährden”, sagte der Generalbevollmächtigte Arndt Geiwitz am Freitag.

Die Planung des Konzerns sieht vor, zunächst 62 von 172 Filialen und zwei sogenannte “Schnäppchencenter” zu schliessen. Für sie bestehe angesichts der Auswirkungen der Corona-Krise keine wirtschaftliche Fortführungsperpektive mehr. Welche Filialen genau betroffen sind, darüber sollen die Mitarbeiter nach dpa-Informationen am (heutigen) Freitag um 14 Uhr informiert werden.

Die Zahl der Filialschliessungen fällt allerdings etwas geringer aus als zunächst befürchtet. Ursprünglich hatte die Geschäftsführung sogar signalisiert, dass im Zuge der Sanierung des ums Überleben kämpfenden Unternehmens bis zu 80 Filialen geschlossen werden könnten.

Schwere Krise

Der Handelsriese war durch die pandemiebedingte Schliessung aller Filialen in eine schwere Krise geraten und hatte Anfang April Rettung in einem Schutzschirmverfahren suchen müssen. Galeria Karstadt Kaufhof rechnet durch die Pandemie und den durch sie ausgelösten Konjunkturabschwung bis Ende 2022 mit Umsatzeinbussen von bis zu 1,4 Milliarden Euro.

Auch in vielen Kommunen dürfte die Bekanntgabe der Schliessungsfilialen mit grosser Unruhe erwartet werden. Norbert Portz vom Deutschen Städte- und Gemeindebund warnte schon bei Bekanntwerden der ersten Schliessungspläne im Mai vor der Gefahr einer Verödung vieler Innenstädte.