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«Raclette gehört in Social Media zu Sympathieträgern»

Die Raclettexporte sind letztes Jahr deutlich gestiegen. Jürg Kriech, Geschäftsführer von Raclette Suisse, erklärt, wieso vor allem die Deutschen Raclette heiss lieben und welche Rolle Trauffer in der Schweiz als Werbeträger spielt.

von lid

Jürg Kriech (r.) zusammen mit Werbeträger Trauffer bei der Einweihung der Raclette-Gondel auf der Firstbahn. (Bild lid)

Was sind die Hauptgründe für die stark gestiegenen Exporte von Raclette?

Jürg Kriech: Die Exporte sind vor allem gestiegen, weil viel mehr Raclettekäse nach Deutschland exportiert werden konnte. Deutschland ist seit jeher der wichtigste Exportmarkt für Schweizer Raclettekäse. Dort wurde in den letzten 20 Jahren auch die beste Entwicklung erreicht. Der Grund für die enorme Zunahme der Exporte nach Deutschland im Jahr 2019 müssen wir noch genauer evaluieren. Ein Teil beruht auf Mehrexporte durch unsere Mitglieder, ein anderer Teil wohl auch darauf, dass Raclettekäse von Nichtmitgliedern von der positiven Marktstimmung profitieren konnten und im Zuge dessen mehr Raclettekäse exportiert werden konnten. Was wir festgestellt haben: In Deutschland gehörte der Hashtag #Raclette eine Zeit lang zu den Beliebtesten. Es wurde viel mehr darüber gesprochen und geschrieben. Das hat den Konsum bestimmt gefördert.

Welche Auswirkungen hat die Corona-Krise auf die Exporte?

Die Exporte von Raclette sind in den Sommermonaten tief und ziehen erst Ende September wieder richtig an. Deshalb sind die negativen Auswirkungen in dieser Zeit sicher überschaubar. Hinzu kommt, dass auch in Deutschland der Raclette-Genuss hauptsächlich in den Familien und unter Freunden stattfindet und weniger in den Restaurants. Deshalb gehen wir davon aus, dass die Exporte von Scheiben-Raclette nicht so stark betroffen sein werden. Raclette-Laibe, die auf Märkten oder Events eingesetzt werden, sind hier stärker betroffen. Dieser Anteil ist aber verhältnismässig klein. Grössere Auswirkung hätte eine tiefere Kaufkraft der Konsumenten aufgrund der Corona-Kriese. Wenn die Welt in eine Rezession schlittert, wird das auch auf die Exporte von Raclette negative Auswirkungen haben.

Auch in der Schweiz essen die Konsumentinnen und Konsumenten mehr Raclette. Eine Folge gelungenen Marketings?

Unsere Werbemassnahmen erzielen eine grosse Reichweite und gemäss Werbewirkungskontrolle TV-Spot finden 78 Prozent die Werbung sehr gut bis gut. Dies über die Zielgruppe 16 Jahre bis 60 Jahre. Auch zwischen Frauen und Männern besteht kaum ein Unterschied. Wir sprechen beide sehr gut an. Dabei spielt Trauffer als unser Markenbotschafter ebenso eine wichtige Rolle wie auch die Bewerbung der Geselligkeit, die unser Produkt verspricht. Wir gehen davon aus, dass dies dazu beiträgt, dass immer mehr Raclette gegessen wird. Auch in der Schweiz wird gerne über Social Media geteilt, was man gerade isst oder zubereitet. Da gehört Raclette auf jeden Fall zu den Sympathieträgern!