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Nachhaltiges Palmöl: Migros und Coop haben Aufholbedarf

Welch Detailhändler beschaffen Palmöl am nachhaltigsten? In einer Nachhaltigkeitsrangliste des WWF schneiden die beiden Schweizer Grossverteiler Migros und Coop schlechter ab als deutsche Supermarktketten.

von mos

(Symbolbild Pixabay)

Die Umweltschutzorganisation WWF hat 2019 untersucht, welche Detailhändler besonders sorgfältig bei der Beschaffung des Rohstoffes vorgingen und in den produzierenden Ländern Projekte vor Ort unterstützten. In der Schweiz nahm der WWF Migros und Coop unter die Lupe, wie die «Sonntagszeitung» berichtet.

Coop belegt in der internationalen Rangliste den 10. Rang und erhält damit das Prädikat «auf gutem Weg», die Migros schafft es nur auf Rang 18 (Prädikat «Mittelmässig»). Die Spitzenreiter in Sachen nachhaltige Palmölbeschaffung sind ausländische Supermarktketten. Ganz vorne liegt die deutsche Edeka. Auf den weiteren Rängen folgen Kaufland, Ikea und Marks & Spencer. Sogar der deutsche Discounter Aldi Süd schneidet auf Rang fünf besser ab als die beiden Schweizer Grossverteiler.

Migros und Coop haben Nachholbedarf

In einer Erhebung vor vier Jahren bekamen Migros und Coop vom WWF noch Bestnoten zum Thema Palmöl, wie die Sonntagszeitung schreibt. Im neuen Rating hat der WWF aber zusätzliche Kriterien eingeführt. Geprüft wird, wie gut die Händler ihre Zulieferer kennen und wie transparent sie darüber berichten. Zudem hat der WWF auch untersucht, ob Detailhändler Projekte in den produzierenden Ländern unterstützen, etwa zum Schutz von Kleinbauern und der Förderung der Biodiversität. Bei diesen Kriterien haben die Schweizer offenbar Nachholbedarf.

Was sagen Migros und Coop zum WWF-Rating? Man überarbeite derzeit die eigenen Palmöl-Richtlinien, sagt eine Coop-Sprecherin der Sonntasgzeitung. Bei den Lebensmittel-Eigenmarken woll man künftig ausschliesslich Bio-Palmöl verwenden.

Die Migros betont, 98 Prozent des Palmöls für Eigenmarken bei Lebensmitteln sei rückverfolgbar. Allerdings reiche diese Kontrolle nicht bis zu den einzelnen Plantagen. Man arbeite mit anderen Unternehmen an einer Branchenlösung, um bis 2025 die Rückverfolgbarkeit bis zum Produzenten sicherzustellen.

WWF: Boykott ist keine Lösung

Palmöl hat einen schlechten Ruf als Regenwaldkiller. Laut vielen Experten und der Umweltschutzorganisation WWF ist ein Boykott von Palmöl allerdings keine sinnvolle Lösung, wie die Sonntagszeitung schreibt. Die Alternativen zum Palmöl verbrauchten nämlich mehr Ressourcen. Statt Palmöl zu ersetzen, sollten Hersteller und Detailhändler deshalb stärker darauf achten, woher sie den Rohstoff bezögen, . In Frage kämen nur Plantagen, für die keine Wälder gerodet wurden.