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Österreich: «A faire Milch» wird eingestellt

Nach 14 Jahren wird das Projekt «A faire Milch» in Österreich eingestellt. Die Initianten geben die Schuld den Molkerei-Genossenschaften. Diese hätten das Projekt mit unfairen Praktiken sabotiert.

von pd/mos/lid

(Bild youtube/zvg)

Einen fairen Preis für ihre Milch, das versprach die Marke «A faire Milch» den österreichischen Milchbauern. Lanciert wurde die Marke 2006 von der bäuerlichen IG Milch. Nach 14 Jahren wurde das Projekt, das unter der Aufsicht des European Milkboards (EMB) auch in weiteren Ländern – zum Beispiel in der Schweiz – in ähnlicher Form läuft, nun eingestellt, wie die IG Milch in einer Mitteilung schreibt. Begründet wird das Aus mit dem grossen Druck der Genossenschafts-Molkereien. Diese hätten mit offenen und versteckten Drohungen und unfairen Praktiken das Projekt systematisch behindert.

So hätten Bauern, die bei der fairen Milch mitmachten, bei ihren Abnehmern jedes Jahr um einen neuen Liefervertrag «betteln» müssen, Betriebe hätten Strafzahlungen leisten müssen und die Molkereien hätten Absprachen getroffen, keine wechselwilligen Betriebe aufzunehmen. Kritikern sei mit dem Ausschluss aus der Genossenschaft gedroht worden. Ausserdem hätten die Molkereien die Direktvermarktung systematisch verhindert, heisst es in der Mitteilung weiter.

Die IG Milch fordert die österreichische Regierung auf, sich um die «absurden und die Bauern demütigenden Vorgängen in der österreichischen Milchwirtschaft» zu kümmern. Ausserdem fordert die Interessengemeinschaft das Kartellgericht und die  Bundeswettbewerbsbehörde auf, die Zustände in der Milchwirtschaft zu untersuchen und die missbräuchliche Anwendung der Marktmacht im Milchmarkt unter die Lupe zu nehmen.