Datum: Branche:

Nespresso und Delica wollen Kapselrecycling fördern

Nespresso und die Migros-Kaffeerösterei Delica wollen die Recyclingquote von Alukapseln erhöhen. Die Konkurrenten haben dazu eine Branchenorganisation gegründet und laden weitere Hersteller ein, mitzumachen.

von mos

Hubert Lehnard von Delica (l.) und Fridolin Landolt von Nespresso präsentieren das neue Recycling-Logo. (Bild zvg)

Beim Recycling von Aludosen sind die Schweizerinnen und Schweizer schon ziemlich gut: Die Rücklaufquote beträgt 94 Prozent. Anders sieht es bei den populären Kaffeekapseln aus Alu aus. Bislang werden nur 58 Prozent der Nespresso-Kapseln recycliert, vier von zehn Kapsel landen also im Müll.

Marktführer Nespresso und die Migros-Kaffeerösterei Delica, die ihren Café Royal seit Anfang Jahr in Alukapseln anbietet, wollen das ändern. Bereits seit Anfang Jahr spannen die beiden Konkurrenten beim Alukapselrecycling zusammen. Nun haben sie die gemeinnützige Organisation «Swiss Aluminium Capsule Recycling» gegründet, die sie am Dienstag den Medien vorstellten. Die Organisation will sich für eine schweizweit einheitliche und effiziente Recyclinglösung für Alu-Kaffeekapseln einsetzen. Die Organisation steht allen Alukapseln-Anbietern offen.

Einladung an alle Kapselproduzenten

Das erst Etappenziel ist es, die Recyclingquote für Alukapseln in der Schweiz bis 2025 auf 75 Prozent zu steigern. «Wir laden alle Schweizer Hersteller von Alu-Kapseln ein, sich uns anzuschliessen», sagte Fridolin Landolt, Director Customer Care & Services bei Nespresso Schweiz und erster Präsident der neuen Organisation, bei der Online-Medienkonferenz. Neue Mitglieder könnten von dem bestehenden Netz von über 3700 Sammelstellen und der ausgereiften Recyclingtechnologie von Nespresso profitieren, so Landolt weiter. «Wir sind Konkurrenten im Business, aber Partner in der Nachhaltigkeit.»

«Das Recycling ist und bleibt für die Konsumenten gratis», betonte Hubert Lehnard, Marketingverantwortlicher bei Delica. Das Recycling werde von den beteiligten Firmen berappt. Mitglieder in der Vereinigung zahlen einen Beitrag, der jährlich aufgrund des auf den Markt gebrachten Kapselvolumens berechnet wird. «Die Konsumenten erwarten, dass die Unternehmen ihre Verantwortung gegenüber der Umwelt wahrnehmen», sagte Lehnard. Mit der neuen Organisation könnten sie dies tun. Ein Beitritt ist ab dem 1. Januar 2021 möglich. Erste Gespräche mit Interessierten sollen bereits diesen Monat stattfinden.

Neues Symbol für das Kapsel-Recycling

Um die Konsumentinnen und Konsumenten verstärkt zum Recyceln zu animieren, hat die Vereinigung ein neues Recycling-Logo geschaffen. Es soll den Leuten bewusst machen, dass die Alukapseln nicht in den normalen Abfallsack gehören. Alle Mitglieder der Organisation verpflichten sich, künftig dieses Symbol einzusetzen – beispielsweise auf neuen Informationsmaterialien oder auch an den Rückgabeorten für die Alu-Kapseln. Mit jedem neuen Mitglied soll ausserdem auch das Sammelnetz erweitert werden, so Landolt.

Recyclingfabrik in Moudon baut aus

Rezikliert werden die Kaffeekapseln im Werk der Groupe Barec im waadtländischen Moudon. Man habe genügend Kapazitäten, um die erwarteten zusätzlichen Mengen zu verarbeiten, sagte der Verantwortliche Roger Blesi von Barec. Zudem werde die Anlage ab nächstem Jahr ausgebaut und modernisiert.

Weitere Infos unter: https://alu-capsule-recycling.ch/