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Die Wurst als Corona-Profiteurin

Wegen Corona hat der Schweizer Detailhandel deutlich mehr Würste verkauft. Verkaufsschlager ist im langjährigen Vergleich die Bratwurst, grosse Umsatztreiberin ist allerdings die Salami.

von pd/mos

Die Restaurants geschlossen, die Grenzen dicht: Während des Lockdowns griffen die Schweizer Konsumenten in den Läden bei den Wurstwaren kräftig zu. Die Nachfrage nach Würsten stieg in den Monaten März bis Juni 2020 um rund 20 % gegenüber der Vorjahresperiode, der Umsatz nahm um 22 Prozent zu. Dies schreibt das Bundesamt für Landwirtschaft BLW in seinem aktuellen Wurst-Report. Besonders profitieren konnten Grillwürste, da das Wetter in der Lockdown-Phase überdurchschnittlich sonnig und warm war (Absatzplus von 21 %). Wurstwaren ohne Saisoncharakter verzeichneten hingegen einen tieferen Zuwachs von 13 %.

Bratwurst beim Absatz auf Platz 1

Das BLW hat auch die Entwicklung in den letzten fünf Jahren angeschaut. Von Juli 2015 bis Juni 2020 wurden insgesamt fast 230’000 Tonnen Wurstwaren abgesetzt. Damit wurde ein Umsatz von 3,84 Milliarden Franken generiert. Am beliebtesten ist dabei die Bratwurst mit einem Absatz von 55’000 Tonnen. Auf Platz Zwei liegt mit dem traditionsreichen Cervelat (50’190 Tonnen) ebenfalls eine typische Grillwurst, die allerdings oft auch als Aufschnitt gegessen wird. Mit deutlichem Abstand auf dem dritten Platz folgt das Wienerli (31’200 Tonnen). Die Top 3 machen dabei fast 60 % der gesamten Wurstwarenabsätze im Detailhandel aus.

Salami ist der Umsatztreiber im Wurstwarensegment

Grillwürste wie auch das Wienerli sind zwar absatzkräftig, allerdings für die KonsumentInnen entsprechend günstig, schreibt das BLW. Die Bratwurst kostet 13.6 CHF/kg, die Cervelat 10.1 CHF/kg und das Wienerli 11.8 CHF/kg. Umsatzseitig werden sie darum von der hochpreisigen Salami überholt, die im Durchschnitt 32.1 CHF kg kostet. In den vergangenen fünf Jahren erzielte der Detailhandel mit der Salami 895 Millionen Franken und damit fast 20 % mehr als mit der zweitplatzierten Bratwurst (749 Mio.).

Die Salami verkauft sich dabei über das ganze Jahr sehr konstant. Typischerweise jedoch ist die Wurst ein sehr saisonales Produkt. Massgebend für den Wurstabsatz ist die Sommer- und Grillsaison. 56 % der Würste sind typische Sommerwürste. 30 Prozent der Würste werden im Herbst und Winter konsumiert, etwa während der Metzgete. Wurstwaren ohne Saison sind hauptsächlich Produkte für den Kaltaufschnitt (Lyoner, Mortadella oder gewisse geschnittene Salami-Arten). Diese machen allerdings nur rund 14 % der gesamten Wurstabsätze aus.