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Bauernverband kritisiert «Buttertäuschung»

Dass auch Importbutter unter der Schweizer Marke «Die Butter» verkauft wird, stösst dem Schweizer Bauernverband sauer auf.

von pd/mos/wy

Importbutter in der Verpackung der Marke «Die Butter» sorgt für Ärger. (Bild zvg)
Irritierend: Auf der Verpackung finden sich zwei widersprüchliche Angaben: «Hergestellt in der EU» und «Hergestellt in der Schweiz». (Bild mos)
Weil Butter in der Schweiz knapp ist, wird aktuell Butter aus dem Ausland importiert. Insgesamt wurden beim Bundesamt für Landwirtschaft  Butterimporte in der Höhe von rund 3000 Tonnen beantragt – und bewilligt.
Die Butterbranche habe abgemacht, die Importbutter nicht unter Schweizer Marken wie «Die Butter» oder «Floralp» zu vermarkten, schreibt der Schweizer Bauernverband (SBV) in einer Mitteilung vom Freitag. Die Erfahrung der letzten Tage habe aber gezeigt, dass sich die Verarbeiter und der DetaiIhandel nicht an diese Abmachung hielten und auch Importbutter als Markenbutter verkauften.
«Für die Konsumenten ist der Unterschied zur echten Schweizer Butter nur im Kleinstgedruckten zu erkennen», kritisiert der SBV und verurteilt diese «Buttertäuschung aufs Schärfste». Man erwarte, dass die entsprechenden Firmen sich unverzüglich an ihre Zusage hielten und aufhörten, die einheimischen Marken zu schwächen, heisst es in der Mitteilung weiter.
BO Butter wollte Auslistung verhindern
Das Ziel sei effektiv gewesen, dass «Die Butter» nicht umgestellt werden müsse, sagt Peter Ryser, Geschäftsführer der Branchenorganisation Butter (BOB) gegenüber foodaktuell.ch. Man habe angenommen, dass nach der Butterpreiserhöhung und der damit verbundenen Rahmpreiserhöhung genügend Rohstoff zur Verfügung stehe, damit dies nicht nötig werde. «Im Verlauf des Juli mussten die Butterhersteller feststellen, dass die Produktion weiterhin ungenügend war», sagt Ryser. Man sei vor der Wahl gestanden, «Die Butter» beim Detailhandel auszulisten oder auf Importbutter umzustellen. Weil eine Auslistung zu Marktanteilsverlusten und möglicherweise zu preislichen Konsequenzen bei einer Neulistung geführt hätte, wären die Milchproduzenten auch davon betroffen gewesen. «Der Entscheid, Die Butter auf Importbutter umzustellen, war aus unserer Sicht auch im Interesse der Milchproduzenten.»
Die Schweizer Milchproduzenten teilen diese Ansicht nicht: «Die SMP als Organisation ist mit der Verwendung der Marke Die Butter für Importbutter nicht einverstanden», sagt SMP-Sprecher Reto Burkhardt, «auch wenn in der BO Butter nach Mehrheitsverhältnissen etwas anderes entschieden wurde.»
Auch ein Thema in Bundesbern

Die Verpackung der Importbutter ist auch auf politischer Ebene zum Thema geworden, wie der «Schweizerbauer» berichtet. Der Waadtländer SVP-Nationalrat und Milchproduzent Jacques Nicolet hat sich mit einer Frage an den Bundesrat gewendet. Nicolet findet die Verpackung irreführend. Er will darum vom Bundesrat wissen, ob dieser plant, für Importbutter eine andere Verpackung zu verlangen, auf der der Produktionsort klar ersichtlich sei.